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Proteste gegen Fabrik : Und plötzlich ist das Tesla-Ufo da

  • -Aktualisiert am

Tesla, nein danke: Proteste gegen die geplante Fabrik in Grünheide Bild: dpa

Elektroautos „made in Brandenburg“: Anfangs war die Begeisterung für die geplante Tesla-Fabrik groß. Doch je näher der Baubeginn rückt, desto mehr Protest regt sich. Kann das Projekt noch kippen?

          5 Min.

          Ein heller Punkt auf dem dunklen Marktplatz von Grünheide: Das ist alles, was bislang von Tesla zu sehen ist. „Bürgerbüro Gigafactory Berlin-Brandenburg“ steht an der Tür des Ladenlokals, das an zwei Abenden in der Woche geöffnet ist. Drinnen umringen rund 30 Menschen die zwei Mitarbeiterinnen einer Beratungsfirma, die der amerikanische Elektroautohersteller angeheuert hat. Fragen schwirren durch den Raum: Wie viel Gewerbesteuer wird Tesla zahlen? Was vermessen die Arbeiter da gerade im Wald? Wird es eine neue Haltestelle für den Regionalexpress geben? Und was wird aus den Fledermäusen im Kiefernwald?

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Schnell wird klar: Es gibt weitaus mehr Fragen als Antworten rund um das geplante Werk, in dem bis zu 500000 Elektroautos im Jahr entstehen sollen. Gut zwei Monate sind vergangen, seit Tesla-Gründer Elon Musk verkündete, dass er seine vierte Fabrik in der Nähe von Berlin, im brandenburgischen Grünheide, bauen will. Nun geht es Schlag auf Schlag: Der Kaufvertrag ist unter Dach und Fach, rund 41 Millionen Euro soll Tesla für die 300 Hektar große Fläche zahlen. Bis Ende Februar sollen die Blindgänger im Boden entschärft und der Wald gerodet sein. Spatenstich ist dann im März, die Zeit drängt, wenn die Produktion wie geplant im Sommer 2021 beginnen soll. Vielen Bürgern in dem 8300-Einwohner-Ort machen diese Dimensionen und auch diese Geschwindigkeit Angst. Am vergangenen Wochenende demonstrierten rund 200 Menschen gegen die Ansiedlung. „Keine Großfabrik im Wald“ stand auf ihren Plakaten. Etwa 30 Befürworter hielten dagegen: „Elon, ich will ein Auto von dir.“ Für dieses Wochenende sind weitere Demonstrationen angekündigt.

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