https://www.faz.net/-gqe-9cwxf

Elektroautohersteller : Tesla macht weiter Verlust

Noch sieht die Zukunft von Teslas Model 3 nicht rosig aus Bild: Reuters

Der Elektroautohersteller ist noch immer weit von Gewinnen entfernt. Das soll sich aber bald ändern. Und die Produktionsraten für das Model 3 sollen weiter steigen

          2 Min.

          Der Elektroautohersteller Tesla hat im abgelaufenen Quartal einmal mehr einen hohen Verlust ausgewiesen, verspricht aber noch immer, im Rest des Jahres Gewinne zu erwirtschaften. Auch das Liquiditätspolster des Unternehmens, das zuletzt regelmäßig geschrumpft ist, soll in den nächsten beiden Quartalen anschwellen. Tesla sagte zudem einen weiteren Anstieg der Produktionsraten für das Model 3 voraus, bei dem das Unternehmen seit seiner Einführung vor rund einem Jahr mit erheblichen Verzögerungen kämpfte.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Unter dem Strich kamen die Nachrichten von Tesla gut an, und der Aktienkurs legte am Mittwoch im nachbörslichen Handel zeitweise um vier Prozent zu. Tesla war bis vor nicht allzu langer Zeit ein Börsenliebling, aber die Begeisterung an der Wall Street hat sich zuletzt etwas abgekühlt. Die Aktie kostet derzeit in etwa so viel wie zu Jahresbeginn.

          Insgesamt meldete Tesla für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 742,7 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 401,4 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Verlust je Aktie von 3,06 Dollar fiel etwas höher aus als von Analysten erwartet. Die Barvorräte betrugen zum Ende des Quartals 2,2 Milliarden Dollar, drei Monate zuvor waren es 2,7 Milliarden Dollar. Der Mittelzufluss (Free Cash Flow) war zwar einmal mehr klar negativ, fiel aber besser aus als im Quartal zuvor. Das schrumpfende Liquiditätspolster hat Analysten in jüngster Zeit besonders große Sorgen gemacht, allerdings fiel der Rückgang im vergangenen Quartal niedriger aus als erwartet.

          Tesla hat Ende Juni mit einiger Verzögerung sein Ziel erreicht, 5000 Exemplare seines Model 3 zu produzieren. Ursprünglich wollte das Unternehmen dies schon Ende vergangenen Jahres geschafft haben. Wie Tesla jetzt mitteilte, wurden auch im Juli an mehreren Wochen 5000 Model 3 produziert, und bis Ende August soll eine Produktionsrate von 6000 Einheiten in der Woche erreicht werden. Im gesamten dritten Quartal will das Unternehmen zwischen 50000 und 55000 Exemplaren fertigen. Im zweiten Quartal hat es von seinem Model 3 insgesamt knapp 18500 Stück ausgeliefert.

          Das Model 3 ist für Tesla von immenser Bedeutung, weil es viel billiger ist als die bisherigen Premiumautos Model S und Model X und dem Unternehmen damit den Einstieg in den Massenmarkt ermöglichen soll. Die höheren Produktionsraten sollen Tesla auch dabei helfen, profitabel zu werden. Um die gegenwärtigen Verluste zu reduzieren, hat Tesla aber unlängst auch ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, in dessen Rahmen neun Prozent aller Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Kürzlich berichtete das „Wall Street Journal“ außerdem, dass das Unternehmen von seinen Lieferanten nachträgliche Teilrückerstattungen auf Zahlungen verlangt hat, die bis 2016 zurückreichen.

          Weitere Themen

          Abschaltung von Atomkraftwerk hat begonnen

          Fessenheim : Abschaltung von Atomkraftwerk hat begonnen

          Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim wird seit Freitagabend um 20:30 Uhr der erste Reaktor schrittweise runtergefahren. Am frühen Samstagmorgen sollte der Vorgang abgeschlossen sein.

          Topmeldungen

          F.A.Z. Exklusiv : Hanauer Attentäter suchte Hilfe bei Detektei

          Der Attentäter von Hanau hat sich im Oktober 2019 mit einem Detektiv getroffen. Er bat ihn um Hilfe, weil er sich von einem Geheimdienst beschattet sah. Die Aussagen, die Tobias R. damals machte, stützen das Bild eines geisteskranken Täters.
          Sorgte mit zwei Treffern für den Sieg: Münchens Robert Lewandowski.

          Später Sieg nach großem Fehler : Ein blaues Auge für den FC Bayern

          Gegen den abstiegsbedrohten SC Paderborn stehen die Münchener kurz vor einer herben Enttäuschung. Am Ende aber jubelt der deutsche Rekordmeister doch noch. Torhüter Manuel Neuer unterläuft ein haarsträubender Patzer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.