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E-Autos : Der Tesla-Herausforderer

Firmengründer Henrik Fisker Bild: AFP

Henrik Fisker hat sich von der Insolvenz seines ersten Elektroautoherstellers nicht unterkriegen lassen. Er wagt jetzt einen neuen Anlauf – und gibt kühne Ziele aus.

          Es kommt nicht darauf an, wie man fällt, sondern wie man wieder auf die Beine kommt. Das ist die Philosophie von Henrik Fisker. Der in Dänemark geborene und in Kalifornien lebende Autodesigner kennt sich mit Rückschlägen aus. Sein erster Versuch, sich mit einem nach ihm benannten Hersteller von Elektrofahrzeugen in der Autoindustrie zu etablieren, endete nach vielversprechendem Start in der Insolvenz. Davon hat er sich aber nicht entmutigen lassen, denn mit der gleichen Marke und dem gleichen Logo wie damals versucht er es jetzt noch einmal. Seine Fisker Inc. entwickelt gerade ihre ersten Autos. Bis zu deren Marktreife werden wohl noch ein paar Jahre vergehen, aber Fisker gibt schon jetzt kühne Ziele aus: „Wir werden der härteste Konkurrent von Tesla sein,“ sagt er im Gespräch mit der F.A.Z. Der 55 Jahre alte Däne meint sogar, sein Unternehmen könne einmal größer werden als der von Elon Musk geführte Wettbewerber. Der Markt sei „weit offen“, und Verbraucher seien aufgeschlossen für neue Hersteller.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Fisker ist schon seit einiger Zeit eine bekannte Figur in der Automobilbranche. Einen Namen machte er sich zuerst als Designer schnittiger Sportwagen bei etablierten Herstellern. Auf sein Konto geht beispielsweise der Z8 von BMW, der in einem „James Bond“-Film zum Einsatz kam. Für den Münchener Autohersteller hat er 13 Jahre lang gearbeitet. Danach wechselte er zur britischen Marke Aston Martin, die damals noch zum amerikanischen Ford-Konzern gehörte. Dort arbeitete er am Design des DB9, ebenfalls ein Bond-Auto. 2005 stieg er bei Ford aus und gründete seine eigene Designfirma, und hier kreuzten sich seine Wege schon einmal mit Musk. Er wurde von Tesla für Designarbeit an einem Projekt angeheuert, aus dem später die Limousine Model S werden sollte. Die Zusammenarbeit endete im Unfrieden, Tesla verklagte Fisker und warf ihm vor, er habe Geschäftsgeheimnisse gestohlen und für die Entwicklung eines konkurrierenden Autos genutzt. Fisker konnte die Auseinandersetzung aber für sich entscheiden. „Ich bin wahrscheinlich einer von Wenigen, die einen Rechtsstreit gegen Musk gewonnen haben,“ sagt er heute.

          Fiskers erster Anlauf, selbst zum Autohersteller zu werden, begann 2007 mit der Gründung von Fisker Automotive. Nach wenigen Monaten stellte er auf der Automesse in Detroit einen Prototypen des Sportwagens Fisker Karma her, der kein reines Elektroauto war, sondern ein sogenanntes Plug-in-Hybrid, das neben dem Batteriebetrieb auch auf einen gewöhnlichen Verbrennungsmotor umschalten konnte. Auf den Markt kam das Auto gut drei Jahre später, und es wurden rund 2000 Exemplare verkauft, darunter an Prominente aus der Unterhaltungsindustrie wie Leonardo DiCaprio oder Justin Bieber. Aber Fisker Automotive geriet in schwere Turbulenzen, nachdem sein einziger Batterielieferant Insolvenz anmelden musste. Schließlich rutschte der Autohersteller selbst in die Insolvenz, seine Vermögenswerte wurden an einen chinesischen Autozulieferer verkauft. Die Chinesen bieten heute eine überarbeitete Version von Fiskers erstem Auto mit dem Namen „Karma Revero“ an.

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