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Elektroautobauer Tesla : Elon Musk stellt Pick-up-Truck vor

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Teslas „Cybertruck“ soll schneller beschleunigen als ein Porsche 911 und auch sonst geizte Elon Musk wie gewohnt nicht mit Superlativen. Glatt lief die Präsentation allerdings nicht.

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          Der Autohersteller Tesla hat erstmals einen batteriegetriebenen Pick-up-Truck vorgestellt. Der Wagen solle zu Preisen ab 39.900 Dollar zu haben sein, kündigte Tesla-Chef Elon Musk am Donnerstag in Los Angeles an. Es werde den Wagen mit drei unterschiedlichen Reichweiten zu kaufen geben. Die geringste Reichweite werde bei 250 Meilen (rund 400 Kilometer) liegen, die größte bei über 500 Meilen (über 800 Kilometer).

          Das neue Modell stellt eine seit langem erwartete Erweiterung der Produktpalette von Tesla dar, die den großen Autobauern in Detroit direkte Konkurrenz machen dürfte. Bisher wird das Geschäft mit den schweren Wagen mit meist offener Ladefläche dominiert von Ford, General Motors und Fiat Chrysler. Das sei der Markt, den man angehen müsse, wenn man den Übergang zur Elektromobilität schaffen wolle, betonte Musk.

          Markteinführung erst in einigen Jahren

          Das neue Tesla-Fahrzeug mit dem Namen „Cybertruck“ hat eine ungewöhnliche dreieckige Form, die eher an einen Kampfjet als einen klassischen Pick-up erinnert. Er soll über  1,7 Tonnen Gewicht auf der Ladefläche transportieren können und kommt in 2,9 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (knapp 100 km/h). In einem Video demonstrierte Tesla, wie der Pick-up schneller beschleunigt als ein Porsche 911. Auch ein Tauziehen mit dem aktuellen Pick-up-Bestseller F-150 von Ford gewann der „Cybertruck“ im Video locker.

          Die Karosserie sei aus besonders hartem rostfreiem Stahl gefertigt, sagte Musk. Um zu zeigen, wie robust sie ist, schlug Tesla-Chefdesigner Franz von Holzhausen mit einem Vorschlaghammer auf die Wagentür ein, ohne eine sichtbare Delle zu hinterlassen. Die Demonstration der Festigkeit der Fenster ging allerdings schief:

          Das „Tesla-Panzerglas“ zeigte Risse als von Holzhausen eine Metallkugel dagegen warf. Immerhin sei das Fenster nicht durchschlagen worden, kommentierte Musk. In Tests habe man alles Mögliche auf das Glas geworfen, bis hin zu einer Küchenspüle, „seltsam, dass es jetzt gebrochen ist, ich weiß nicht, warum“. Beim Wurf auf ein zweites Fenster passierte das gleiche. Hier gebe es noch Raum für Verbesserungen, sagte Musk und setzte die Präsentation mit einem beschädigten Wagen hinter sich fort.

          Konkurrenz schläft nicht

          Im Cockpit hat der Prototyp, ähnlich wie das aktuelle Model 3, nur einen berührungsempfindlichen Bildschirm in der Mitte. Das Lenkrad ist viereckig statt rund. Der Wagen hat eine pneumatische Federung und die Druckluft aus dem Kompressor kann man auch für entsprechendes Werkzeug verwenden.

          Zugleich ist nicht davon auszugehen, dass der Tesla-Pick-up bald auf die Straße kommt: Von der Vorstellung eines neuen Modells bis zum Produktionsstart vergehen üblicherweise mehrere Jahre. Aktuell bereitet die Firma die Markteinführung des Kompakt-SUV Model Y und eines Elektro-Sattelschleppers vor. Zurzeit ist Teslas Limousine Model 3 ist das meistverkaufte E-Auto der Welt.

          Tesla ist auch nicht der einzige Hersteller, der ein Auge auf das lukrative Marktsegment geworfen hat. So will die Firma Rivian im kommenden Jahr mit einem Elektro-Pick-up in die Produktion gehen – und auch Ford und General Motors wollen ihre Marktposition mit elektrifizierten Versionen ihrer Modelle verteidigen.

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