https://www.faz.net/-gqe-9vyms
Bildbeschreibung einblenden

Höhenflüge an der Börse : Der Zahltag für Tesla-Chef Elon Musk rückt näher

Tesla-Chef Elon Musk: Bald noch reicher Bild: AP

Tesla wird an der Börse heute höher bewertet als Volkswagen und die beiden amerikanischen Hersteller GM und Ford. Gut für Chef Elon Musk: Sein Gehalt ist unter anderem daran gekoppelt.

          4 Min.

          Vor zwei Jahren sorgte der Elektroautohersteller Tesla mit einem ungewöhnlichen Gehaltsplan für seinen Vorstandsvorsitzenden Elon Musk für einige Verwunderung. Demnach sollten Musk keinerlei Grundgehalt oder garantierte Bonuszahlungen bekommen, stattdessen wurde seine Bezahlung an Teslas Marktkapitalisierung und weitere Ziele für Umsätze und Gewinne geknüpft. Und dabei wurden sehr ambitionierte Meilensteine gesetzt. Damit Musk überhaupt irgendeine Entlohnung bekommt, musste der Börsenwert 100 Milliarden Dollar erreichen. Als das Gehaltspaket verkündet wurde, lag die Marktkapitalisierung bei knapp 60 Milliarden Dollar, war also weit von der Zielmarke entfernt. Und viele Kritiker hielten auch die damalige Bewertung schon für viel zu hoch.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nach dem jüngsten Höhenflug der Tesla-Aktie ist Musk nun aber in bester Ausgangsposition für einen großen Zahltag. Der Börsenwert hat gerade die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten. Damit die Zahlung an ihn nun tatsächlich ausgelöst wird, muss Tesla den Wert halten. Die Marktkapitalisierung muss über einen Zeitraum von 30 Tagen und auch von sechs Monaten im Schnitt über 100 Milliarden Dollar bleiben. Ist das der Fall, soll Musk eine Tranche von 1,69 Millionen Aktienoptionen bekommen, was einem Prozent der ausstehenden Aktien entspricht. Er kann dann Tesla-Aktien zum Preis von 350 Dollar kaufen. Beim gegenwärtigen Aktienkurs von rund 580 Dollar hätten diese Optionen also einen Wert von fast 390 Millionen Dollar. Musk würde somit für seine Arbeit in den vergangenen Jahren fürstlich entlohnt. Nach der Vorlage von besser als erwarteten Quartalszahlen am Mittwoch nach Börsenschluss stieg der Kurs zeitweise sogar um weitere zwölf Prozent auf 648 Dollar.

          Gehalt unter anderem gekoppelt an Börsenwert

          Sollte es mit dem Aktienkurs von Tesla weiter steil bergauf gehen, kann sich Musk auf weitere üppige Zahlungen freuen. Der Gehaltsplan ist so angelegt, dass jeweils eine neue Tranche von Aktienoptionen fällig wird, wenn die Marktkapitalisierung um weitere 50 Milliarden Dollar wächst. Der nächste Meilenstein wäre also bei 150 Milliarden Dollar erreicht. Die Zielmarken in dem Plan reichen bis zu 650 Milliarden Dollar, was über dem gegenwärtigen Börsenwert des hochprofitablen sozialen Netzwerks Facebook liegt. Aber sollte Tesla das über die zehnjährige Laufzeit des Gehaltplans schaffen, könnte Musk insgesamt mehr als 50 Milliarden Dollar verdienen. Und unabhängig von diesem Gehalt würde er von jedem Anstieg des Tesla-Kurses auch deshalb profitieren, weil er heute schon Großaktionär ist. Er hält einen Anteil von rund 20 Prozent am Unternehmen. Musks gesamtes gegenwärtiges Vermögen wird von der Zeitschrift „Forbes“ derzeit auf 31,5 Milliarden Dollar beziffert. Neben Tesla ist er auch Großaktionär und Vorstandsvorsitzender beim Raumfahrtunternehmen Space X.

          Der Börsenwert ist nicht der alleinige Maßstab für Musks Gehalt, zusätzlich muss Tesla auch bestimmte Meilensteine für den Umsatz und das um bestimmte Faktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichen. Die Fälligkeit jeder Tranche ist neben dem Börsenwert auch an das Erreichen einer solchen Zielmarke geknüpft. Dem ersten möglichen Zahltag für Musk steht das aber nicht im Wege. Das erste jährliche Umsatzziel in dem Gehaltsplan zum Beispiel liegt bei 20 Milliarden Dollar, und das hat Tesla 2019 geschafft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Er wedelt noch, sie merkelt schon: Habeck, Baerbock und die „Merkel-Raute“

          Heimlich für Merz? : Die Grünen hoffen auf Merkel-Stimmen

          Die Grünen wollen regieren. Das ginge mit einer Laschet-CDU leichter als mit einer Merz-CDU. Vor allem wollen sie jedoch stärkste Partei werden. Den Platz dafür in der politischen Mitte könnte eher Merz als Laschet schaffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.