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Tesco-Pläne : Briten kopieren Aldi und Lidl

  • Aktualisiert am

Ein Aldi-Markt in London Bild: AFP

Wenn deutsche Discounter ins Ausland gehen, erobern sie die Herzen der Verbraucher. Jetzt plant ein britischer Supermarkt, es ihnen gleichzutun.

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          Der größte britische Einzelhändler Tesco will einem Zeitungsbericht zufolge den Vormarsch der deutschen Konkurrenten Aldi und Lidl mit einer eigenen Discountmarkt-Kette stoppen. Das Angebot in den neuen Discount-Läden solle nicht so groß wie in den Tesco-Geschäften sein, berichtete die „Sunday Times“. Die Preise sollten sich im Rahmen der von Aldi und Lidl bewegen.

          Der deutsche Lebensmittelhandel gilt international als besonders anspruchsvoll. Discounter wie Aldi und Lidl haben die Lebensmittelpreise in Deutschland in die Tiefe getrieben. Das führt sogar dazu, dass die Deutschen im internationalen Vergleich nur einen kleinen Teil ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssen. Immer wieder haben Handelsketten aus anderen Ländern versucht, in Deutschland Fuß zu fassen – fast immer vergeblich. Selbst das amerikanische Wal-Mart scheiterte.

          Aldi und Lidl expandieren erfolgreich

          Umgekehrt sorgen Aldi und Lidl bei ihren Expansionen ins Ausland immer wieder für größeren Aufruhr – auch in Großbritannien. Alle großen britischen Supermarkt-Ketten haben zuletzt Marktanteile an die beiden Discounter verloren. In den vergangen zwölf Wochen trieben die beiden Billigketten die Umsätze um mehr als 16 Prozent nach oben, wie Marktforscher von Kantar am Dienstag mitgeteilt haben. Marktführer Tesco erzielte ein Plus von 2,6 Prozent und lag damit trotz des enttäuschenden Weihnachtsgeschäfts bei den vier größten britischen Ketten vorn.

          Doch die Ausbreitung der deutschen Discounter soll noch nicht am Ende sein. Aldi plant bis zum Jahr 2022 mehr als 1000 neue Supermärkte und will dafür 2 Milliarden Pfund investieren. 2016 waren es 450 Millionen Pfund. So sank der operative Gewinn 2016 zwar um 17 Prozent auf 211,3 Millionen Pfund, der Umsatz legte aber um 13,5 Prozent auf 8,744 Milliarden zu. Der Vorsitzende von Aldi UK, Matthew Barnes, bezeichnete im vergangenen Jahr den Ergebnisrückgang als Preis der gewollten Expansion.

          Tesco gab zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

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