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Verschollener Milliardär : Karl-Erivan Haub für tot erklärt

Der frühere Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub Bild: Picture-Alliance

Mehr als drei Jahre nach seinem Verschwinden ist der frühere Chef des Handelsimperiums Tengelmann für tot erklärt worden. Zuvor hatte es einen Machtkampf in der Familie gegeben.

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          Das Kölner Amtsgericht hat den verschollenen früheren Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub für tot erklärt. Das Gericht teilte am Freitag mit, dass als Todeszeitpunkt der 7. April 2018 festgestellt worden sei. An diesem Tag war der damals 58 Jahre alte Milliardär auf eine Skibergsteigertour am Kleinen Matterhorn in der Schweiz aufgebrochen, von der er nie zurückkehrte. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde eingereicht werden, er ist nicht rechtskräftig.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Katrin Haub, die Ehefrau des Verschollenen, hatte sich zu Jahresbeginn dem Antrag auf Todeserklärung angeschlossen, den Christian Haub, der seit dem Verschwinden seines Bruders die Tengelmann-Unternehmensgruppe als alleiniger Geschäftsführer leitet, im eigenen Namen und für die Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr gestellt hatte.

          Erst vor wenigen Wochen war ein langer Streit um die Macht in dem Familienunternehmen zu Ende gegangen. Katrin Haub und ihre Kinder verkaufen demnach ihre Anteile an Tengelmann für eine Milliardensumme an Christian Haub, der damit knapp 70 Prozent an dem Handelskonzern hält, zu dem etwa die Baumarktkette Obi, der Bekleidungsdiscounter Kik und zahlreiche Immobilien- und Unternehmensbeteiligungen gehören. Auch weil den Hinterbliebenen von Karl-Erivan Haub im Falle der Todeserklärung eine Erbschaftssteuer in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe entsteht, war um die Anteile am Unternehmen ein monatelanger Machtkampf entbrannt.

          Im Streit über die Zukunft der Unternehmensgruppe und welche Rolle Karl-Erivans Witwe und seine Kinder darin spielten, wurden immer wieder Gerüchte gestreut: So soll der frühere Unternehmenschef gar nicht verunglückt sein, sondern habe sich abgesetzt, gar von einer russischen Geliebten, für die er seinen Tod inszeniert habe, war zwischenzeitlich die Rede. Auch über Überwachung in der Familie und Veruntreuung von Familiengeldern wurde spekuliert. Immer neue Details kamen an die Öffentlichkeit, während Katrin und Christian Haub über ihre Anwälte darüber stritten, was eine vernünftige Bewertung der Unternehmensanteile wäre.

          Zuletzt hatten sich die Familienstämme aber über Ihre Anwälte, Mark Binz und Peter Gauweiler, geeinigt und ein Verkaufsmemorandum unterzeichnet. „Wir haben sehr harte Verhandlungen geführt, die aber letztlich auf Fairness und einem gesteigerten gegenseitigen Verständnis fußten“, teilten Binz und Gauweiler vor wenigen Wochen mit mit. Der vereinbarte Anteilskauf soll noch im Mai beurkundet und vollzogen werden. Mit seinen rund 90.000 Beschäftigten hat Tengelmann zuletzt rund 8 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

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