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F.A.Z. Exklusiv : Temasek lehnt Eingreifen in Sachen Osram ab

Wie geht es weiter bei Osram? Bild: Reuters

Der singapurische Staatsfonds weist Forderungen der Arbeitnehmer zurück, sich gegen eine Übernahme des Lichtkonzerns durch AMS zu stellen. Er greife nicht in die geschäftlichen Entscheidungen seiner Beteiligungen ein.

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          Im Ringen um den Lichtkonzern Osram weist der größte AMS-Aktionär und singapurische Staatsfonds Temasek Forderungen der Arbeitnehmer zurück, sich gegen eine Übernahme durch AMS zu stellen. „Wir haben zwar eine kleine Minderheitsbeteiligung an AMS, verfolgen aber konsequent die Position unserer Corporate Governance, nicht in die geschäftlichen Entscheidungen oder Aktivitäten des Unternehmens einzugreifen“, teilte das Unternehmen der F.A.Z. mit.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Fonds hält nach Bloomberg-Daten 5,4 Prozent an dem österreichischen Chiphersteller und ist damit größter Anteilseigner. AMS hatte Osram übernehmen wollen, verfehlte aber die Mindestannahmeschwelle. Die österreichische Gesellschaft ist inzwischen mit einem Fünftel am Münchner Lichtkonzern beteiligt. Sie könnte ihren Anteil mit Käufen an der Börse aufstocken, wobei ab 30 Prozent Anteil ein Pflichtangebot fällig wäre.

          Die Gewerkschaft IG Metall hatte sich in einem ungewöhnlichen Schritt kürzlich direkt an Temasek gewandt, der entsprechende Brief liegt der F.A.Z. vor. Klaus Abel, Osram-Aufsichtsrat und Gewerkschaftssekretär im IG-Metall-Vorstand, schreibt darin der Temasek-Vorstandsvorsitzenden Ho Ching, eine Übernahme Osrams durch AMS wäre mit existenzgefährdender Verschuldung verbunden. Das feindliche Vorgehen von AMS sei nicht mit guter Unternehmensverantwortung in Einklang zu bringen, „es kann auch nicht mit dem bislang guten Ruf von Temasek in Deutschland in Einklang gebracht werden“. Temasek will sich erklärtermaßen verstärkt als langfristiger Investor in Deutschland engagieren und hält zum Beispiel ein Aktienpaket am Dax-Konzern Bayer. Abel bat Temasek eindringlich, der „Verantwortung als Lead-Investor von AMS gerecht zu werden und sich konstruktiv in diese Situation einzubringen und darauf hinzuwirken, dass AMS im Sinne aller Parteien das feindliche Vorgehen einstellt“.

          Osram hat AMS angeboten, sich über eine Kooperation auszutauschen. Dazu gab es inzwischen erste Gespräche: Persönliche Treffen mit dem AMS-Vorstandsvorsitzenden Alexander Everke hätten stattgefunden, sagte Osram-Chef Olaf Berlien vergangene Woche auf einer Analystenkonferenz. Um Osram bemühen sich auch die Finanzinvestoren Bain und Advent. Nach dem Scheitern der AMS-Offerte seien noch große Teams der beiden Private-Equity-Häuser im Datenraum gewesen und hätten dort viele Stunden lang die Osram-Bücher geprüft, sagte Berlien. Er gehe davon aus, dass es die Beteiligungsfirmen mit der vor Wochen angekündigten neuen Offerte ernst meinten. „Ich hoffe, das war kein Witz.“

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