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Telekommunikation : Telekom-Gewinn deutlich niedriger

  • Aktualisiert am

Die gesenkten Jahresziele werden erreicht, heißt es bei der Telekom Bild: AFP

Für die ersten neun Monate meldet die Telekom mehr Umsatz, doch der Gewinn brach um 83,9 Prozent auf 356 Millionen Euro ein. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag im dritten Quartal über dem Vorjahreswert.

          Die Deutsche Telekom hat im dritten Quartal von Kostensenkungen und ihrer Beteiligung an dem griechischen Telekommunikationskonzern Hellenic Telecom (OTE) profitiert. Der Konzern zeigte sich deshalb am Donnerstag zuversichtlich, die bereits gesenkten Jahresziele zu erreichen. Wie die Telekom in Bonn mitteilte, stieg der Umsatz von Juli bis September um 5,2 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 5,2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenprognose leicht. Ohne die Tochter OTE, mit der die Telekom ihre Position in Südosteuropa stärkte, wäre der Konzern beim Umsatz und im operativen Geschäft allerdings zurückgefallen.

          Einige Analysten hatten nach einem durchwachsenen Halbjahr mit deutlichen Schwächen in einigen Auslandsmärkten - vor allem in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Polen - und teils schwächeren Währungen befürchtet, die Telekom könnte ihre Jahresziele verfehlen. Im dritten Quartal stiegen die negativen Wechselkurseffekte zum zweiten Quartal um 0,1 Milliarden Euro. Die Telekom verschärfte jedoch ihre Sparanstrengungen und fror Investitionen ein.

          Ergebnis unter dem Vorjahr erwartet

          Der Konzern geht nun weiter davon aus, dass das bereinigte Ebitda im Gesamtjahr zwei bis vier Prozent unter Vorjahr - also zwischen 18,7 und 19,1 Milliarden Euro - liegen wird. Der Free Cash Flow soll 6,4 (Vorjahr: sieben) Milliarden Euro erreichen. Hinzugerechnet wird jedoch der OTE-Beitrag von rund zwei Milliarden Euro beim Ebitda und rund 0,6 Milliarden Euro beim Free Cash Flow. Um auf den verschärften Wettbewerb zu reagieren, hatte die Telekom bereits 2006 ein Sparprogramm aufgelegt, das bislang im Vergleich zu 2005 Kostensenkungen von 5,4 Milliarden Euro brachte. Vorgenommen hatte sich der Konzern ursprünglich bis zu 4,7 Milliarden Euro jährliche Einsparungen bis 2010. Ein Großteil kommt über Personalabbau, der möglichst sozialverträglich über die Bühne gehen soll.

          Im wichtigen amerikanischen Markt sank der Umsatz auf Dollarbasis im dritten Quartal um 2,3 Prozent. Die Telekom hatte indes angekündigt, nicht mit einem Wachstum in Landeswährung zu rechnen. Die Zahl der Kunden schrumpfte netto um 77.000. Was das deutsche Breitbandgeschäft angeht, so hatte die Telekom bereits vorgewarnt, dass viele Verträge aus vermarkteten Komplettpaketen ausliefen und es vor allem im dritten Quartal steigende Kündigungszahlen geben werde. Der Netto-Neukundenmarktanteil sank auf 18 Prozent. Im Gesamtjahr soll die Zahl aber weiter bei 45 Prozent liegen (Wechsel DSL-Anschluss: Zurück zur Telekom? Gar nicht so einfach).

          Die Aktien der Deutschen Telekom zählte am Morgen zu den wenigen Gewinnern im Deutschen Aktienindex Dax. Der Zwischenbericht aus Bonn wurde Händlern zufolge positiv aufgenommen. Die T-Aktien stiegen um bis zu 1,9 Prozent.

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