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Mobilfunknetzvergabe : Telekom stellt Eilantrag vor 5G-Versteigerung

  • Aktualisiert am

5G wird die Basistechnik für autonomes Fahren und vernetzte Maschinen. Bild: AFP

Der Telekom-Chef wettert gegen die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland. Damit der deutsche Branchenprimus keine Nachteile davonträgt, wird er nun ebenfalls gegen die Rahmenbedingungen vorgehen.

          Vor der Auktion von Mobilfunkfrequenzen für den schnellen Standard 5G pocht auch die Deutsche Telekom auf eine rasche Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Man habe sich dazu entschieden, einen Eilantrag beim Kölner Verwaltungsgericht zu stellen, sagte Telekom-Chef Tim Höttges am Donnerstag in Köln.  Er sei nicht „glücklich“ über das Auktionsdesign.

          In den vergangenen Wochen hatten bereits die anderen beiden deutschen Netzbetreiber Telefónica Deutschland (O2) und Vodafone diesen Weg gewählt. Stimmt das Gericht den Anträgen zu, würde sich die für Ende März geplante Auktion auf unbestimmte Zeit verzögern – dann müssten erst die Klagen der Netzbetreiber in der Hauptsache abgearbeitet werden, bevor versteigert werden darf.

          „Ich hoffe, dass das Gericht die Eilanträge und die Argumente, die vorgetragen werden, berücksichtigt“, sagte Höttges. Bei den Klagen geht es um die Vergaberegeln, welche die Bundesnetzagentur festgelegt hatte, beispielsweise zur Versorgung in der Fläche. Die Netzbetreiber monieren, dass die Regeln teilweise zu Unklarheit führen und eine Öffnung eigener Antennenanlagen erzwungen werden könnte. Zudem sehen sie Bevorteilung für Neueinsteiger – in diesem Fall den Konkurrenten 1&1 Drillisch – durch Ausnahmeregeln.

          Mehr Dividende

          An diesem Donnerstag hatte das Verwaltungsgericht Köln entschieden, dass die Vergabe der 5G-Mobilfunkfrequenzen in der Form einer Versteigerung grundsätzlich zulässig ist. Dagegen hatte Telefónica Deutschland im Juni vergangenen Jahres geklagt. 

          Auf der Bilanzpressekonferenz gab die Deutsche Telekom zudem bekannt, in diesem Jahr rund 12,7 Milliarden Euro in Mobilfunknetze und Breitbandnetze im Boden stecken zu wollen. Davon entfallen 4,8 Milliarden Euro auf den brummenden amerikanischen Markt, wie der Konzern am Donnerstag bei Vorlage der Bilanz für das vergangene Jahr mitteilte. Eine Zahl für Deutschland nannte die Telekom nicht.

          Die Mobilfunksparte in den Vereinigten Staaten, T-Mobile US, ist für die Telekom ein Wachstumstreiber. Sie trug mehr als 40 Prozent zum Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen bei, der im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 23,3 Milliarden Euro stieg. Damit übertrifft der Konzern seine eigene Prognose. „Die Zahlen sind exzellent, alle operativen Segmente sind weiter gewachsen“, sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

          Der Nettogewinn fiel allerdings um über ein Drittel auf 2,2 Milliarden Euro. Grund sind nach Unternehmensangaben vor allem Abschreibungen auf das Europageschäft im vierten Quartal. Auch hatte die Telekom vor einem Jahr noch von einem milliardenschweren Sonderertrag aus der amerikanischen Steuerreform profitiert. Trotz der leichten Gewinneinbußen plant die Telekom, pro Aktie fünf Cent mehr Dividende an die Anleger auszuschütten, sie soll von 65 Cent auf 70 Cent steigen.

          Der Umsatz der Telekom wuchs um 0,9 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. In Deutschland hatte die Telekom Ende 2018 mit 44,2 Millionen gut 2,5 Prozent mehr Mobilfunkkunden als Ende 2017. Die Zahl der Festnetzanschlüsse sank im gleichen Zeitraum um 3,2 Prozent.

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