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T-Mobile US : Telekom plant große Fusion in Amerika

  • Aktualisiert am

Eine Fusion von T-Mobile US mit Sprint haben die Behörden schon einmal abgelehnt. Bild: Reuters

T-Mobile US soll offenbar mit dem Wettbewerber Sprint fusionieren. Und das, obwohl ein ähnlicher Versuch der Tochtergesellschaft der Telekom schon einmal gescheitert ist.

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          Die Deutsche Telekom arbeitet offenbar an einem radikalen Strategiewechsel für den amerikanischen Markt und die Tochtergesellschaft T-Mobile US. Wie das „Handelsblatt“ am Mittwoch unter Berufung auf das Umfeld der Telekom-Konzernspitze berichtete, will das Dax-Unternehmen seine amerikanische Tochtergesellschaft nicht mehr verkaufen. Stattdessen bevorzuge die Telekom eine Fusion mit dem Wettbewerber Sprint, der amerikanischen Mobilfunktochtergesellschaft des japanischen Telekommunikationsriesen Softbank. Der Zusammenschluss war vor drei Jahren an den amerikanischen Behörden gescheitert.

          Die unternehmerische Führung des neuen Konzerns solle bei der Telekom liegen, berichtete das „Handelsblatt“. Der Zusammenschluss soll demnach als sogenannter „Paperdeal“ vollzogen werden. Bei dieser Art der Fusion werden nur Aktien, kein Bargeld getauscht. Ein offizieller Beschluss des Aufsichtsrats liegt der Zeitung zufolge noch nicht vor, die notwendigen politischen Vorgespräche seien nicht abgeschlossen. Die Telekom äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

          Amerikanische Medien hatten bereits im Februar berichtet, dass Softbank in den kommenden Monaten mit der Telekom über einen Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US verhandeln könnte. Japans führendes Telekommunikationsunternehmen hatte Sprint vor drei Jahren teuer eingekauft. Anfang Februar erklärte Konzernchef Masayoshi Son, er habe zunächst auch T-Mobile kaufen und beide Unternehmen fusionieren wollen – dieser Plan sei aber an den Wettbewerbshütern gescheitert.

          Dem „Handelsblatt“ zufolge glaubt das Telekom-Management offenbar, dass ein Zusammenschluss der beiden Mobilfunkunternehmen unter Präsident Donald Trump leichter umsetzbar sein könnte. „Wir haben in den USA 45.000 Menschen in Lohn und Brot gebracht. Das ist sicher keine schlechte Botschaft im Sinne von ’America First’“, zitierte die Zeitung eine jüngere Aussage des Telekom-Konzernchefs Timotheus Höttges.

          Ein Zusammenschluss von Sprint und T-Mobile US könnte den Wettbewerb auf dem amerikanischen Markt verstärken. Bislang sind dort Verizon Wireless und AT&T Marktführer. Dem „Handelsblatt“ zufolge würde durch die Fusion ein Konzern mit 70 Milliarden Dollar Umsatz entstehen.

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