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Vectoring : Telekom konkretisiert umstrittenen Internet-Ausbau

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Die Telekom will mit der Vectoring-Technologie das Internet in Deutschland aufrüsten. Bild: dapd

Die Telekom will das Internet für Millionen Haushalte in Deutschland schneller machen. Nun hat sie ein verbindliches Angebot abgegeben. Prompt folgt Kritik.

          Die Deutsche Telekom treibt ihre in der Branche umstrittenen Pläne voran, das schnelle Internet in Deutschland aufzurüsten. Die Telekom habe ein verbindliches Angebot vorgelegt, um bestimmte Internet-Anschlüsse mit Hilfe der Vectoring-Technologie auf eine Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zu beschleunigen, teilte die Bundesnetzagentur an diesem Freitag mit. Die Behörde muss über den Antrag entscheiden.

          Das Projekt bezieht sich auf sogenannte Hauptverteiler - das sind Vermittlungsstationen in Innenstädten. Dort ist der Einsatz des Internet-Turbos Vectoring, mit dem Daten schneller über herkömmliche Kupfer-Telefonleitung geschickt werden können, wegen der Gefahr von Störungen während der Vermittlungstechnologie bislang nicht erlaubt.

          Telekom-Rivalen gehen gegen das Vorhaben auf die Barrikaden, da sie durch den Einsatz von Vectoring keinen Zugang mehr zu den Hauptverteilern und damit im Endeffekt zu Kunden haben. Deshalb muss die Netzagentur den Plan freigeben.

          „Die Bundesnetzagentur darf sich nicht von ihrer neutralen Schiedsrichterrolle verabschieden und so einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen“, kommentierte Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), dies. „Da sich die Bundesnetzagentur allem Anschein nach aber zu diesem Vorgehen entschlossen hat, werden unsere Mitgliedsunternehmen in Kürze eigene Ausbauzusagen gegenüber der Bundesnetzagentur abgeben.“ Breko-Präsident Norbert Westfal kritisierte: „Es kann nicht sein, dass sich ein Ex-Monopolist mit noch immer erheblicher Marktmacht eine Regulierungsentscheidung zu seinen Gunsten quasi erkauft.“

          Der Ausbau kostet die Telekom voraussichtlich eine Milliarde Euro. Dadurch sollen bis zum Jahr 2018 knapp sechs Millionen Haushalte Zugang zu einem schnelleren Internet-Anschluss erhalten.

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