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Betriebsrat warnt : Streicht die Telekom 10.000 Stellen für Techniker?

Das Logo der Deutschen Telekom auf der Unternehmenszentrale in Bonn Bild: dpa

Auf Schrumpfkurs ist die Telekom schon lange. Jetzt schlägt der Betriebsrat Alarm: Angeblich plant das Management viel mehr Stellen zu streichen als bislang bekannt.

          Bei der Deutschen Telekom soll angeblich ein groß angelegter Stellenabbau in der Techniksparte anstehen. In den kommenden sieben Jahren könnte in dem Bereich rund die Hälfte der Stellen wegfallen. Das berichtet jedenfalls der Betriebsrat der Technik Niederlassung Ost, welche für die neuen Bundesländer zuständig ist. In einer Belegschaftsinformation beruft sich der Betriebsrat auf Managementangaben aus einem „Monatsgespräch“ in Berlin. Demnach sei „in den nächsten sieben Jahren ein Personalabgang von ca. 50 Prozent zu erwarten“, heißt es in der Betriebsrats-Info. Die technische „Netzproduktion“ hat etwa 20.000 Mitarbeiter in ganz Deutschland. Die Abgänge würden nicht durch Neueinstellungen in gleicher Größenordnung ausgeglichen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Telekom-Vorstand Dirk Wössner wies die Angaben allerdings energisch zurück. Solche Zahlen seien „absolut unseriös“, sagte er der F.A.Z. am Rande einer Veranstaltung in Düsseldorf. Begründet wurden sie in der Betriebsrats-Info damit, dass durch Digitalisierung, Automatisierung und Zentralisierung in Zukunft weniger Mitarbeiter benötigt würden. Auch werde geprüft, mehr Tätigkeiten wie zum Beispiel die Installation von Netzknotenpunkten in Neubaugebieten an Fremdunternehmen zu vergeben.

          Wird T-Systems zerschlagen?

          Wenn dieses Szenario so kommt, würde die Telekom ihren seit Jahren laufenden Personalumbau erheblich forcieren. Es gebe keinerlei Planungen für einen solchen Zeitraum, sagte Wössner. Hier werde eine „Schreckensszenario“ aufgebaut, vielleicht schon mit Blick auf die kommenden Tarifverhandlungen. Derzeit baue die gesamte Telekom Deutschland, die Festnetz und Mobilfunk umfasst, jährlich netto rund 2000 Stellen ab. Das sei die Durchschnittszahl für die Jahre 2017 bis 2021, sagte Wössner. In der Deutschlandgesellschaft arbeiten insgesamt rund 60.000 Menschen.

          Wie der Deutschlandchef des Konzerns weiter erläuterte, wird zurzeit an einer Personalplanung für die Zeit bis Ende 2023 gearbeitet. Details dazu wollte er noch nicht nennen. Ein Sprecher verwies auf Anfrage ergänzend, dass die Beschäftigten in Festnetz und Mobilfunk mit dem Ausbau von Glasfasernetz und 5G bis auf weiteres gut zu tun hätten. Anders sieht es in der Geschäftskundensparte T-Systems aus. Deren Chef Adel Al-Saleh hatte 2018 angekündigt, dass 10.000 von 38.000 Stellen wegfallen sollen, knapp 6000 davon in Deutschland. Arbeitnehmervertreter warnen vor einer Zerschlagung von T-Systems.

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