https://www.faz.net/-gqe-111ne

Telekom-Affäre : Laut Verdi wurde auch Bsirske bespitzelt

  • Aktualisiert am

Frank Bsirske Bild: dpa/dpaweb

Von wie vielen Personen hat die Telekom in der Spitzelaffäre Verbindungsdaten ausgewertet? Bislang gab es nur Mutmaßungen. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine Zahl vorgelegt: Nach bisherigen Erkenntnissen seien 55 Menschen bespitzelt worden - laut Darstellung der Gewerkschaft gehört auch Verdi-Chef Frank Bsirske dazu.

          Die Deutsche Telekom hat nach bisherigen Erkenntnissen der Bonner Staatsanwaltschaft insgesamt 55 Menschen illegal bespitzelt. Darunter befinden sich auch sieben Journalisten, teile die Behörde am Donnerstag in Bonn mit. Die Staatsanwaltschaft habe die Betroffenen angeschrieben und Gelegenheit zur Stellung eines Strafantrages gegeben. Zu dem Personenkreis gehören Mitglieder der Aufsichtsräte der Deutschen Telekom AG und deren Tochterfirma T- Mobile, ein Vorstandsmitglied der Telekom sowie Betriebsräte und dem Konzernbereich nicht zuzuordnende Dritte.

          Nach Darstellung der Gewerkschaft Verdi hat die Telekom auch Verdi-Chef Frank Bsirske bespitzelt. Inzwischen gebe es gesicherte Informationen, dass auch Verbindungsdaten von Bsirske und Vorstandsmitglied Rolf Büttner ausspioniert worden seien, sagte Verdi-Vorstand Lothar Schröder am Donnerstag in Berlin. Schröder ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom und ebenfalls von der Bespitzelung betroffen. Insgesamt seien 12 Betriebsräte in dem Konzern und zehn ihrer Mitarbeiter in den Stäben ausspioniert worden.

          Gegen Zumwinkel und Ricke wird ermittelt

          Die Telekom hatte in den Jahren 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen zu schließen. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel und den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke.

          Die Affäre war im April durch Presseberichte bekanntgeworden. Als Konsequenz aus der Spitzelaffäre und dem Diebstahl von Kundendaten hatte die Deutsche Telekom Ende Oktober einen Vorstand für den Datenschutz berufen.

          Nach der Anzeige des Skandals im Mai hatte der Konzern die noch verfügbaren Verbindungsdaten der Staatsanwaltschaft übergeben. Aus strafrechtlichen und datenschutzrechtlichen Gründen durfte sie die Inhaber der ausgespähten Telefonanschlüsse nicht selbst ermitteln, sondern nur in einer Art Amtshilfe für die Staatsanwaltschaft tätig werden.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Klimaschutz : Vertraut nicht den Verboten!

          Im Kampf um das Klima gibt es viele Einzelideen. Sie versperren den Blick auf das Notwendige: ein sinnvolles Gesamtkonzept. Dafür gilt: Lieber gründlich als überhastet.
          Formiert sich gerade eine breite politische Front gegen Salvini? Der italienische Innenminister strebt weiter Neuwahlen an.

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.