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Teil 7: Wohnen : Die Öko-Fertighäuser kommen

  • -Aktualisiert am

Kampa baut das „Drei-Liter-Haus” Bild: dpa

Angesichts gestiegener Energiepreise und strenger Klimaschutzvorschriften gewinnt ökologisches Bauen an Bedeutung. Wirtschaftliche Gründe fördern die Tendenz zum „grünen Bauen“. Von Johannes Winkelhage.

          Angesichts gestiegener Energiepreise und strenger Klimaschutzvorschriften gewinnt ökologisches Bauen an Bedeutung. So stellen die Anbieter von Fertighäusern die ökologischen Vorzüge ihrer Produkte bereits deutlich in den Vordergrund. Dabei fördern handfeste wirtschaftliche Gründe die Tendenz zum „grünen Bauen“. Dabei geht es im Wesentlichen um die Heizung in den Häusern. Mehr als drei Viertel des Energieverbrauchs im Haushalt werden darauf verwendet. Auf die Warmwasseraufbereitung entfallen meist nur 12 Prozent des Energieverbrauchs, 10 Prozent auf die Hausgeräte, und nur 1 Prozent wird für die Beleuchtung benötigt.

          Angesichts der Tendenz zu weiter steigenden Preisen für Öl, Gas und Strom und Preiserhöhungen für das Heizen mit Holz lautet die Devise: Runter mit dem Verbrauch - durch effizienteren Einsatz der Ressourcen bei gleichzeitiger Dämmung der Außenhaut der Gebäude. Wärmepumpen, Erdsonden zur Energiegewinnung oder andere Formen der Effizienzsteigerung gehören bereits zum Vokabular der Bauinteressenten. Das zeigt Wirkung: Die Erfolge bei der Energieeinsparung sind gegenüber den meisten älteren Häusern beträchtlich.

          „In den monatlichen Kosten nicht zu unterbieten“

          Gerade im Fertighausbau haben sich immer mehr Systemanbieter etabliert. Sie konzentrieren sich vor allem auf die Entwicklung und den Bau von Niedrigenergiehäusern. Ähnlich den Autoherstellern unterbieten sich mittlerweile auch die Häuslebauer mit Niedrigstwerten beim Energieverbrauch. Die Analogie ist unübersehbar. „Auf Zukunft gebaut. Das Zwei-Liter-Viebrockhaus“, heißt es in der Werbung des gleichnamigen Herstellers. Bei Libella ist „das Drei-Liter-Haus in den monatlichen Kosten nicht zu unterbieten“. Die Häuser verbrauchen nur noch die genannte Menge an Litern Heizöl je Quadratmeter und Jahr, ohne dass gefroren werden muss.

          „Der sparsame Umgang mit Energie entwickelt sich zum wichtigsten Argument bei den Verhandlungen mit Kunden“, sagt Markus Schreyögg, Vorstandsmitglied bei Kampa-Haus, dem größeren deutschen Fertighaus-Hersteller, zu dem auch die Marke Libella gehört. Entsprechend wird Kampa nach Angaben von Schreyögg die gesamte Produktpalette im Rahmen des jetzt begonnenen Restrukturierungsprozesses auf niedrigen Energieverbrauch trimmen. „Unsere Passivhauswand wird Standard in der gesamten Produktpalette, die dann vollständig die Kriterien der Förderbank des Bundes, der KfW, erfüllen wird“, sagt er. Immerhin 36 Zentimeter dick ist die Fertighauswand, die die Wärme drinnen und die Kälte draußen halten soll. Geliefert wird - wie bei Fertighäusern üblich - in großen Einheiten, die auf der Baustelle wie ein Lego-Bausatz zusammengesetzt werden. Das hat Konsequenzen.

          Darlehen zu günstigen Konditionen

          Früher konnten die Bauherren durch Eigenleistung beim Fertighausbau größere Teile der Arbeiten selber leisten und dadurch eine Senkung der Kosten erreichen. Durch die komplexere Wärmedämmung, die auf absolute Dichtigkeit und Passform beim Zusammenbau der Bauteile angewiesen ist, um zum Beispiel Wärmebrücken zu vermeiden, reduziert sich der Anteil der potentiellen Eigenleistung nach Angaben von Branchenbeobachtern immer weiter. Dadurch werden die Häuser für die Bauherren tendenziell teurer.

          Da hilft es nur bedingt, dass die KfW für solche Projekte Darlehen zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellt. In einer Vielzahl von Programmen fördert diese sowohl den ökologischen Neubau als auch die Sanierung oder den Umbau von bestehenden Gebäuden. Darunter werden in dem Programm „Ökologisch Bauen“ die Grenzwerte KfW40 und KfW60 definiert, die die Einordnung der Niedrigenergiehäuser und ihrer Sparpotentiale ermöglichen. So darf der Primärenergiebedarf der Häuser in den beiden Programmen die Werte von 40 oder 60 Kilowattstunden je Quadratmeter im Jahr nicht überschreiten.

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