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Technik für Wolkenkratzer : Der seillose Aufzug kommt

  • -Aktualisiert am

Die Kabinen können auch waagrecht verschoben werden. Die Illustration zeigt, wie sich Thyssen-Krupp die Aufzüge als eine Art Nahverkehrssystem für Hochhäuser vorstellt. Bild: Thyssen-Krupp

Thyssen-Krupp will den weltweit ersten Aufzug ohne Seil bauen. Die Kabinen sollen mit der Magnetbahntechnik des Transrapids angetrieben werden. Sie fahren nicht nur auf und ab, sondern auch seitwärts.

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          Der klassische Aufzug, der, an einem Seil hängend, in einem Schacht auf und ab fährt, verliert möglicherweise seine Monopolstellung. Denn mit dem von Thyssen-Krupp vorgestellten Konzept eines „seillosen“ Aufzugs, bekommt dieses Transportsystem eine bisher nicht gekannte Flexibilität. Beim neuen „Multi“-Aufzug, bei dem die Fahrkabinen von jeweils einem aus der Magnetbahntechnik des Transrapids bekannten Linearmotor angetrieben werden, können mehrere Kabinen gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander in einem Schacht (beziehungsweise in zwei parallel angeordneten Schächten) fahren. Damit lässt sich die Förderkapazität um rund 50 Prozent steigern, der Platzbedarf für das Aufzugsystem vermindert sich in der gleichen Größe.

          Die Kabinen des ähnlich wie beim Paternoster hintereinander fahrenden Multi-Aufzugs lassen sich auf speziellen „Weichen-Etagen“ horizontal verschieben. Damit wird es möglich, in Gebäude eine Art Nahverkehrssystem zu integrieren. Das neue Aufzugskonzept – die Kabinen legen 18 Kilometer in der Stunde zurück – eignet sich besonders bei Gebäudehöhen von über 300 Meter.

          Noch kann man mit einem Multi-Aufzug nicht fahren. Andreas Schierenbeck, Vorstandsvorsitzender der Thyssen-Krupp Elevator AG, rechnet damit, dass ein erster Prototyp des Multi-Systems bis Ende 2016 verfügbar sein wird und im bis dahin ebenfalls fertiggestellten Aufzug-Testturm von Thyssen-Krupp in Rottweil getestet werden kann.

          In Rottweil baut Thyssen-Krupp einen Testturm für Aufzüge: Er wird mit 244 Metern eines der höchsten Bauwerke Deutschlands und bekommt eine öffentliche Besucherplattform. Hier will das Unternehmen die neue Aufzugtechnik für Wolkenkratzer testen. Die Illustration zeigt den Entwurf des Star-Architekten Helmut Jahn.
          In Rottweil baut Thyssen-Krupp einen Testturm für Aufzüge: Er wird mit 244 Metern eines der höchsten Bauwerke Deutschlands und bekommt eine öffentliche Besucherplattform. Hier will das Unternehmen die neue Aufzugtechnik für Wolkenkratzer testen. Die Illustration zeigt den Entwurf des Star-Architekten Helmut Jahn. : Bild: ThyssenKrupp

          Mit dem neuen System meint Thyssen-Krupp für die in den kommenden Jahren sich abzeichnende weitere Verdichtung der Innenstädte und dem damit einhergehenden Hochhausbau gut aufgestellt zu ein. Bis 2015 wird für den Weltmarkt für Aufzugsanlagen (Aufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige) einschließlich Dienstleistungen ein Anstieg von über fünf Prozent auf 52 Milliarden Euro vorausgesagt.

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