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Schwäbisches Softwarehaus : Teamviewer will Sponsoring von Manchester United nicht verlängern

Der portugiesische Fußballstar Cristiano Ronaldo im Trikot von Manchester United Bild: dpa

Der schwäbische Software-Anbieter scheint das Werbegeschäft, das knapp 48 Millionen Euro im Jahr kostet, inzwischen zu bereuen. Man sei von anderen Annahmen ausgegangen, sagt der Finanzchef.

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          Erst seit einem Jahr ist der schwäbische Software-Anbieter Teamviewer Hauptsponsor von Manchester United. Nun scheint das Göppinger Unternehmen die teure Partnerschaft, die bis zum Jahr 2026 läuft und mehr als 40 Millionen Pfund (knapp 48 Millionen Euro) im Jahr kostet, schon zu bereuen. Am Mittwoch kündigte der Konzern überraschend an, dass die Vereinbarung nicht verlängert werden soll. Bei deren Abschluss sei man von einem jährlichen Wachstum von 20 Prozent ausgegangen, sagte der scheidende Finanzvorstand Stefan Gaiser in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Seitdem hat sich das Wachstum jedoch deutlich abgeschwächt. Der Aktienkurs hat innerhalb von anderthalb Jahren vier Fünftel seines Wertes eingebüßt, ein Grund dafür war das kostspielige Sponsoring, das die Marge deutlich gedrückt hatte. An der Börse war das Sponsoring nie beliebt gewesen.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Analysten und Investoren hatten am Mittwoch zunächst skeptisch auf die Teamviewer-Zahlen und den Ausblick des Unternehmens reagiert. Der Aktienkurs verlor zeitweise 8 Prozent. Nach der Telefonkonferenz und dem dort angekündigten Ende des Sponsorings erholte sich das Papier wieder etwas und lag mit knapp 3 Prozent im Minus.

          Schwierigeres Geschäft mit Großkunden

          Teamviewer hatte in der Pandemie zunächst einen Boom erlebt. Mit der Software des Unternehmens lassen sich Computer aus der Ferne steuern, was etwa IT-Abteilungen nutzen. Seit anderthalb Jahren bleibt das Wachstum hinter den Zielen zurück. Im Vorstand gibt es sehr viel Fluktuation. Eine Marketingchefin blieb nur wenige Monate.

          Auch für das Gesamtjahr wird Teamviewer vorsichtiger. Vorstandschef Oliver Steil begründete das in der Telefonkonferenz mit dem Konjunkturrückgang. „Die Entscheidungsträger in den Unternehmen werden vorsichtiger und verschieben Investitionen teilweise“, sagte er. Vor allem das Geschäft mit Großkunden sei schwieriger geworden. Kleine und mittlere Unternehmen nimmt Teamviewer stärker unter die Lupe und prüft, wer die Programme gewerblich und damit zahlungspflichtig nutzt. Das führte zu steigenden Erträgen.

          Das Wachstum soll nun am unteren Ende der Prognosespanne von 630 bis 650 Millionen Euro liegen und damit etwa 15 Prozent betragen. Teamviewer weist nicht den Umsatz, sondern die Beträge, die den Kunden in Rechnung gestellt wurden, aus. Das Jahresziel für die Profitabilität bestätigte das Unternehmen. Im zweiten Quartal legten die in Rechnung gestellten Beträge gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Achtel auf 136,1 Millionen Euro zu, währungsbereinigt plus 7 Prozent, aber unterhalb der Erwartung von Analysten. Die Mitarbeiterzahl sank um 10 Prozent.

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