https://www.faz.net/-gqe-9u4a1

Taxi-App : Tausende Fälle von sexueller Gewalt bei Uber

  • Aktualisiert am

Uber-App in London Bild: EPA

Der Fahrdienstvermittler Uber hat erstmals Zahlen über sexuelle Übergriffe bei seinen Diensten veröffentlicht. Das Unternehmen spricht mit Blick auf die Vorfälle von einer „sehr schmerzhaften Erfahrung“.

          1 Min.

          Dem Fahrdienstvermittler Uber sind in den Vereinigten Staaten in den Jahren 2017 und 2018 fast 6000 Fälle sexueller Gewalt von Fahrgästen, Fahrern oder Dritten gemeldet worden. Darunter seien 464 Vergewaltigungen, heißt es in dem am Donnerstag erstmals von dem Unternehmen veröffentlichten Sicherheitsbericht. Hinzu kamen demnach fast 600 versuchte Vergewaltigungen. Bei den anderen Übergriffen handelte es sich unter anderem um unerlaubte Berührungen oder Küsse.

          Uber meldete zudem zehn tödliche Angriffe im Jahr 2017 und neun weitere 2018. Acht Todesopfer waren demnach Fahrgäste, sieben waren Fahrer und vier waren Zuschauer oder nicht direkt beteiligte.

          Klage gegen Lyft

          Die gemeldeten Fälle machten 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, erklärte Uber. Doch selbst wenn sie selten seien, bedeute jeder gemeldete Fall „eine sehr schmerzhafte Erfahrung“, räumte Uber ein. Selbst ein einzelner gemeldeter Fall sei „ein Fall zu viel“.

          Es ist das erste Mal, dass Uber entsprechende Zahlen veröffentlicht. Der Fahrdienstvermittler und sein größter Konkurrent in den Vereinigten Staaten, Lyft, stehen zunehmend unter Druck. Die Zahl der Klagen von Frauen, die als Nutzerinnen der Fahrdienstvermittler Opfer sexueller Gewalt wurden, nimmt zu. Am Mittwoch reichten 20 Frauen in San Francisco Klage gegen Lyft ein, die in von Lyft vermittelten Fahrzeugen vergewaltigt oder sexuell attackiert wurden. 14 ähnliche Klagen waren bereits im September eingereicht worden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein ukrainischer Soldat im Dezember nahe der Frontlinie in der Ostukraine

          Warnung vor Angriff im Januar : 175.000 Soldaten gegen die Ukraine?

          An vier Punkten sammelten sich 50 russische Gefechtsverbände mit Panzern und Artillerie, heißt es aus der amerikanischen Regierung. Sie befürchtet ein Angriff auf die Ukraine. Joe Biden will deshalb bald mit Wladimir Putin reden.
          Nur ein Türchen geöffnet: Nach einem Feueralarm kam es zu viel Gebrüll und noch mehr Kopfschütteln in den Schlagen vor der Sicherheitskontrolle.

          Das Jahr 2021, Chaos am BER : Kein Abflug unter dieser Nummer

          Unser erstes Jahr mit dem neuen Berliner Flughafen war ein monumentales Desaster. Aber vielleicht ist der Pannen-Airport auch das beste Symbol für eine Zeit, in der das Reisen immer komplizierter wird.