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Tata spricht mit Ford : Werden Jaguar und Land Rover bald indisch?

Jaguar mit Kuh - bald ganz alltäglich Bild: swiss-image.ch

Der indische Autohersteller Tata machte bislang eher im Zusammenhang mit Billigautos von sich reden. Jetzt feilt der Konzern an einer Neuaufstellung - und überlegt, die Luxusmarken Jaguar und Land Rover von Ford zu kaufen.

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          Der indische Automobilhersteller Tata Motors feilt an seiner Neuaufstellung. Der zur Tata-Gruppe gehörende führende Bus- und Nutzfahrzeughersteller des Landes will sein Geschäft mit Personenwagen ausbauen. Nach einer Kooperation mit der italienischen Fiat-Gruppe zeigt Tata Medienberichten zufolge nun Interesse an der Übernahme der Luxusmarken Jaguar und Land Rover vom amerikanischen Autohersteller Ford.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Indische Zeitungen berichten, Tata sei sich zudem mit seinem Partner Fiat einig, dessen Spitzenmarken in Indien zu vertreiben. Zunächst wären dies Alfa Romeo und Lancia, später auch Ferrari und Maserati. Gleichzeitig könnte Tata seinen bisherigen Aktionär Daimler-Chrysler AG verlieren. Die Stuttgarter, die in Indien ein neues Werk bauen, wollten ihren Anteil von 6,6 Prozent verkaufen, heißt es in Indien.

          Größenordnung bis zu 8 Milliarden Dollar

          Die beteiligten Unternehmen kommentieren keines der Vorhaben, Tata dementiert aber den Verkauf der Anteile von Daimler. Bislang hieß es, Daimler-Chrysler versuche eher, seine Anteile an indischen Herstellern aufzustocken. Über ihr japanisches Tochterunternehmen Fuso halten die Stuttgarter auch 3,6 Prozent an Eicher Motors.

          Die Inder wollen die Luxusmarken

          Analysten erwarten, ein vollständiger Kauf von Jaguar und Land Rover werde sich in der Größenordnung von bis zu 8 Milliarden Dollar bewegen. Dass Tata vor solchen Größenordnungen nicht zurückschreckt, hat es mit der Übernahme des Stahlkonzerns Corus durch Tata Steel bewiesen. Die britische Tageszeitung „The Daily Telegraph“ berichtet, Tata habe ein Abkommen zum Stillschweigen mit den Amerikanern geschlossen.

          Eher für Billigautos bekannt

          Ein Kauf der Ford-Marken würde Tata am oberen Ende ergänzen: Bislang ist der Konzern im Westen neben seiner Kooperation mit Fiat vor allem dadurch bekannt geworden, dass er im kommenden Januar ein Billigauto für weniger als 100.000 Rupien (1798 Euro) auf den Markt bringen will. An diesem Segment in Indien zeigt nun seinerseits Ford Interesse, das mit einem eigenen Billigfahrzeug in den Markt will.

          „Die Nachfrage nach Zweiradfahrzeugen und Kleinautos hat ausländische Hersteller dazu verleitet, Indien zum Zentrum für preiswerte Automobile zu machen. Sie brauchen weniger Treibstoff und erscheinen sicherer als Motorräder. „Würde Indien zur globalen Produktionsstätte für Kleinwagen, würde dies auch die indischen Exporte vorantreiben“, heißt es in einer Studie des IBM Institute for Business Value. Der koreanische Hyundai-Konzern, der ebenfalls als möglicher Käufer des Ford-Portfolios gehandelt wird, hat dagegen am gestrigen Mittwoch abgewinkt. Die Koreaner wollen sich auf die Expansion ihrer Marken Hyundai und Kia in Amerika und China konzentrieren.

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