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Tarifverhandlungen : Piloten und Lufthansa wollen Streit-Schlichtung

  • Aktualisiert am

Im Februar haben die Piloten ihren Streik nach einem Tag abgebrochen Bild: dpa

Der für Mitte April angekündigte Pilotenstreik bei der Lufthansa könnte doch noch abgewendet werden. Im Tarifstreit um die Regionalflüge in Europa hat sich die Pilotenvereinigung Cockpit zu einem Schlichtungsverfahren bereit erklärt.

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          Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Lufthansa wollen ihren Tarifstreit mit einem Schlichtungsverfahren beilegen. Ein entsprechendes Angebot der Lufthansa werde „gerne“ angenommen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag in Frankfurt am Main mit. Die VC sei bereit, „unverzüglich in die Gespräche einzusteigen“. Die Piloten stellten zudem in Aussicht, auf weitere Streiks zu verzichten

          Die VC hatte ihre Mitglieder in der vergangenen Woche noch zu einem viertägigen Ausstand vom 13. bis zum 16. April an allen deutschen Standorten aufgerufen, da die Gespräche mit der Lufthansa vorerst gescheitert seien. Aufgerufen zu den Arbeitsniederlegungen waren die Flugzeugführer der Konzernmutter Lufthansa, der Billigtochter Germanwings und der Frachtsparte Cargo.

          Die Lufthansa begrüßte die Ankündigung der Pilotengewerkschaft, verlangte aber, zunächst müsse die Streikdrohung zurückgezogen werden. Es sei unüblich, dass bei Gesprächen über eine Schlichtung noch eine Streikdrohung im Raum stehe, sagte eine Sprecherin.

          Lufthansa will Kosten drücken

          Zwischen Lufthansa und Piloten schwelt seit längerem ein Konflikt um die Flugzeuge, die auf Regionalflügen in Europa eingesetzt werden. Die Regelung sieht vor, dass in Lufthansa-Maschinen mit über 70 Sitzen nur Personal eingesetzt werden darf, das nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt wird. Nach Angaben von Cockpit unterläuft die Lufthansa diese Regelung jedoch zunehmend. Die Fluggesellschaft war 2009 tief in die roten Zahlen gerutscht. Sie will ihre Kosten um eine Milliarde Euro senken und auch bei den Piloten sparen. Die Piloten werfen der Lufthansa vor, den 1992 geschlossenen Vertrag abschaffen zu wollen. Sie befürchten, die Expansion des Konzerns ins Ausland werde zu Lasten der Piloten in Deutschland ausfallen.

          Die Piloten hatten bereits im Februar gestreikt, die Arbeitsniederlegungen jedoch nach einem gerichtlichen Vergleich mit der Lufthansa nach nur einem Tag abgebrochen. Die Lufthansa hatte damals versucht, den Streik mit einer einstweiligen Verfügung unterbinden zu lassen, weil sie diesen für rechtswidrig hielt. Konzern und Piloten einigten sich daraufhin vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main darauf, die Tarifgespräche vorläufig wiederaufzunehmen.

          An der Börse wurde die Bewegung in dem Konflikt positiv gesehen: Die Lufthansa-Aktie legte 2,8 Prozent zu. Der letzte großen Konflikt mit den Piloten im Jahr 2001 war in der Schlichtung beigelegt worden, Vermittler war damals der FDP-Politiker und frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher.

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