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Tarifverhandlungen beginnen : Chemie-Angestellte fordern sechs Prozent mehr Lohn

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Die Tarifbeschäftigten in der Chemiebranche fordern ein kräftiges Lohnplus. Bild: dpa

Wie viel Geld ist in der Chemiebranche zu holen? Die Angestellten fordern ein hohes Lohnplus, die Arbeitgeber verweisen auf Konjunktursorgen. Die Auseinandersetzung wurde heute eröffnet.

          Nach ergebnislosen Verhandlungen in den regionalen Tarifbereichen hat für die 580.000 Beschäftigten der deutschen Chemie- und Pharmabranche am Mittwochmittag die erste bundesweite Tarifrunde begonnen. Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber suchen in Hannover nach Möglichkeiten einer Annäherung ihrer Positionen. Die Gewerkschaft IG BCE fordert einen Entgelt-Aufschlag von sechs Prozent, beim Urlaubsgeld ein kräftiges Plus sowie strukturelle Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeber dagegen verweisen auf Konjunktursorgen.

          Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hatte am Mittwoch in Frankfurt betont, die Branche bekomme den nahenden Brexit und internationale Handelskonflikte allmählich zu spüren. Einige Kundenbranchen hätten im ersten Halbjahr aus Verunsicherung die Produktion leicht gedrosselt, andere stagnierten. Zwar rechne kaum jemand mit einem baldigen Abschwung. Aber viel deute darauf hin, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr nachlasse.

          Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr

          Im zweiten Quartal konnte die drittgrößte deutsche Industriebranche ihren Umsatzrekord zum Jahresauftakt nicht übertreffen. Von April bis Juni verharrte der Erlös gemessen am ersten Quartal bei knapp 50 Milliarden Euro. Die Produktion stieg nur leicht. Gemessen am Vorjahreszeitraum gab es aber ein Umsatzplus von 5,8 Prozent.

          Zwar rechne in der Branche kaum jemand mit einem baldigen Abschwung. Aber viel deute darauf hin, dass die Nachfrage im zweiten Halbjahr nachlasse, sagte VCI-Präsident Kurt Bock. „Insbesondere die Exporterwartungen sind nicht mehr so positiv wie zu Jahresbeginn.“

          Für das Gesamtjahr behält die Branche aber ihre Prognose aufrecht. Der VCI peilt ein Umsatzplus von 4,5 Prozent auf den Rekordwert von 204 Milliarden Euro an. Vor allem wegen der höheren Ölpreise sollen nun die Chemikalienpreise um 1,5 Prozent zulegen – etwas stärker als bisher erwartet. Die Produktion soll um 3,5 Prozent wachsen. Das dürfte die Argumente der Arbeitnehmer stärken.

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