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Tarifkonflikt bei der Lufthansa : Die Piloten streiken - was tun?

  • -Aktualisiert am

Was tun, wenn die Maschinen am Boden bleiben? FAZ.NET hat die wichtigsten Infos für Sie zusammengestellt. Bild: ddp

Vier Tage lang wollen die 4000 Piloten der Lufthansa ab heute streiken - doch welche Auswirkungen hat das auf die Reisenden? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen der Passagiere.

          Ab Montag wollen die 4000 Piloten der Lufthansa vier Tage lang streiken. FAZ.NET hat die wichtigsten Infos für die Passagiere zusammengestellt.

          1. Was ist Sache?

          Von Montag an wollen die 4000 Piloten der Lufthansa vier Tage lang streiken. Etwa die Hälfte der Lufthansa-Flüge bleiben wohl am Boden. Laut Flugplan kommt die Lufthansa an Februarwerktagen auf 1800 Flüge mit 150 000 Passagieren, das macht 3600 gefährdete Flüge und 300 000 Passagiere von Montag (0 Uhr) bis Donnerstag (23.59 Uhr). Auch viele Piloten der Tochtergesellschaft Germanwings bleiben am Boden. Es ist der größte Streik in der Geschichte der Luftfahrt. Er könnte 100 Millionen Euro kosten und mehr als eine halbe Million Fluggäste betreffen.

          Es geht längst nicht nur darum, dass die Piloten 6,5 Prozent mehr Gehalt fordern. Vor allem wollen sie mehr Mitsprache bei Unternehmensentscheidungen: bei Flugstrecken und Maschinen. Das aber, stellt der Vorstand klar, lasse sich die Lufthansa auf keinen Fall bieten.

          2. Wer fliegt noch?

          „Die Piloten unserer Regionalpartner Cityline und Eurowings dürfen gar nicht streiken, diese Flüge müssten stattfinden“, betont Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow. Das sei etwa jeder dritte Flug. Zudem wird die Lufthansa schon im Eigeninteresse versuchen, so viele Passagiere wie möglich in die Luft zu bekommen: Sie will Piloten, die auf Managementposten sitzen - und daher nicht mitstreiken -, einsetzen. „Das sind aber keine Hundertschaften“, räumt Jachnow ein. Fremdpiloten anderer Airlines werde sie nicht anheuern, „das ist für uns definitiv keine Alternative“. Kooperationen mit anderen Airlines werde es auch nicht geben, sagt er.

          Das könnte aber bloße Verhandlungstaktik sein. Viele vermuten, dass die Lufthansa sich mit Star-Alliance-Partnern längst darauf verständigt hat, dass die ihr mit eigenem Fluggerät aushelfen und Passagiere übernehmen - um gerade Interkontinentalflüge stattfinden zu lassen. Zudem wird die Lufthansa versuchen, auf kürzeren Strecken größere Maschinen einzusetzen. Wenn sie etwa für einen am Boden gebliebenen Jumbo, der nach New York fliegen sollte, einen Ersatzpiloten findet, könnte sie den Jumbo innerdeutsch einsetzen und so schnell viele Menschen befördern. Sie wird wohl auch zusehen, dass die Maschinen der Tochtergesellschaften Swiss und Austrian Airlines voll belegt sind.

          Wer dringend reisen oder Anschlussflüge bekommen muss, sollte in jedem Fall zum Flughafen fahren. Dort werden so viele Kunden wie möglich auf andere Airlines umgebucht, damit sie möglichst pünktlich fortkommen. Beim Verteilen der Fluggäste auf andere Maschinen gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, fliegt zuerst.

          Andere Fluggesellschaften können dagegen keine zusätzlichen Flüge anbieten. Es gibt Slots, die sich Fluggesellschaften vertraglich bei den Flughäfen sichern, die können Konkurrenten nicht einfach übernehmen, erklärt der Flughafenkoordinator der Bundesrepublik, Klaus Ulrich. Es könnte aber sein, dass die Lufthansa bereits die Genehmigung eingeholt hat, dass ihre Tochtergesellschaften kurzfristig einspringen dürfen, sagen Luftfahrtexperten.

          Einige Reisende buchen vorsorglich doppelt und besorgen sich Tickets etwa bei Airberlin oder Condor. Wenn der Lufthansa-Flug ausfällt, bekommen sie dessen Preis erstattet. Findet der Flug statt, zahlen sie drauf, oder sie können bei flexiblen Tickets stornieren.

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