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Tankflugzeuge für amerikanische Luftwaffe : Antonow macht Billigangebot

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Antonow ist für seine großen Transportflugzeuge bekannt: Mit ihnen können ganze U-Bahn-Waggons transportiert werden Bild: Bombardier

Um den „Jahrhundert- Auftrag“ der amerikanischen Luftwaffe über 179 neue Tankflugzeuge wetteifern bereits Airbus und Boeing. Jetzt will auch der frühere sowjetische Flugzeugbauer Antonow mitmischen. Für sein Billigangebot arbeitet er mit einem amerikanischen Partner zusammen.

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          Wirkliche Chancen rechnet sich das ungewöhnliche Gespann aus dem staatlichen ukrainischen Flugzeughersteller und dem kleinen amerikanischen Rüstungsunternehmen aber nicht aus. Denn die Konkurrenten sind die EADS-Tochter Airbus und Boeing.

          Der Preis ist die einzige Trumpfkarte des Duos. Das Konsortium reichte nach allen anderen seine Kalkulation für 179 neue Tankflugzeuge für die amerikanischen Streitkräfte ein. Der veranschlagte Preis liegt bei 29,55 Milliarden Dollar. Airbus und Boeing dürften dagegen den Preisrahmen von 35 Milliarden Dollar voll ausschöpfen. Inklusive Folgeaufträgen und Wartung lockt langfristig ein Geschäft über 100 Milliarden Dollar.

          Nur ein statt drei Modelle am Start

          Die Europäer schicken einen Tankflieger auf Basis ihres modernen Verkehrsjets A 330 ins Rennen, die Amerikaner ein Modell auf Basis der Langstreckenmaschine 767 aus den 1980er Jahren. „Beide Modelle sind fortschrittlich und gut konstruiert“, lobte U.S. Aerospace. „Es mag unmöglich für uns sein, mit diesen Angeboten zu konkurrieren.“

          Ursprünglich wollten U.S. Aerospace und Antonow dem Verteidigungsministerium drei verschiedene Modelle zur Auswahl stellen und sich damit einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz erarbeiten. Jetzt gehen sie nur noch mit der eigens entwickelten AN-112KC an den Start. „Wir sind stolz darauf, am größten militärischen Vergabeverfahren der Geschichte teilzunehmen“, sagte U.S.-Aerospace-Manager Michael Goldberg.

          Das Angebot entspricht nicht ganz den Anforderungen

          Gegenüber seinen Investoren räumte U.S. Aerospace aber ein, dass die Offerte nicht alle Anforderungen der Air Force erfüllt. Dafür sei die Zeit zu knapp gewesen. Eine Bitte um Verlängerung der Frist, die am Freitag auslief, hatte das Verteidigungsministerium abgelehnt. Erst vor einer Woche hatten die Partner endgültig zueinander gefunden.

          Auch musste U.S. Aerospace eingestehen, dass Boeing und Airbus schlicht die finanzstärkeren Unternehmen und zudem schon lange im Geschäft seien. Sie hätten deswegen die bessere Lobby in Washington. U.S. Aerospace stellt Flugzeugteile her und setzte damit im ersten Quartal gerade mal 557.690 Dollar um. Der Verlust türmte sich unterm Strich auf 1,8 Millionen Dollar auf.

          Es ist bereits die dritte Ausschreibung für den Tankerauftrag der amerikanischen Luftwaffe. Einmal hatte Boeing gesiegt, einmal Airbus. Wegen Mauscheleien und angeblicher Formfehler wurden aber beide Zuschläge wieder einkassiert. Europäische Politiker warfen der amerikanischen Regierung Protektionismus vor.

          Endmontage in Amerika

          Das Airbus-Modell ist moderner und größer als der Boeing-Typ und hat bereits Ausschreibungen in anderen Ländern gewonnen. Boeing wirbt für seinen Flieger mit einem geringeren Spritverbrauch und weniger Wartungskosten. Über die Antonow sind keine Einzelheiten bekannt. Die Ukrainer sind für ihre riesigen Transportmaschinen bekannt, die größten der Welt.

          Die Antonow soll wie die Konkurrenzmodelle in den Vereinigten Staaten endmontiert werden. Boeing und Airbus versprechen bei einem Zuschlag jeweils rund 50.000 neue Arbeitsplätze bei sich und Zulieferern. Mehrere Gouverneure von amerikanischen Bundesstaaten, in denen entsprechende Werke liegen, lassen ihren Einfluss in Washington spielen.

          Die US-Luftwaffe muss insgesamt 534 Tanker und Frachter ersetzen. Im ersten Los geht es um 68 Maschinen und undatierte Folgeaufträge für 111 Flugzeuge. Die bisher von der Air Force genutzten KC-135 „Stratotanker“ sind eine Konstruktion aus den 1950er Jahren. Das Verteidigungsministerium wird voraussichtlich Mitte November eine Entscheidung treffen.

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