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„Swiss-Leaks“ : HSBC-Chef soll eigenes Geld auf Schweizer Konto versteckt haben

  • Aktualisiert am

Der Vorstandsvorsitzende von HSBC, Stuart Gulliver, während einer Eröffnungszeremonie in Hongkong Bild: Reuters

HSBC-Chef Stuart Gulliver soll rund 6,7 Millionen Euro eigenes Geld auf einem Schweizer Konto versteckt haben. Dabei hat er eine in Panama registrierte Firma als Tarnung genutzt. Gegen sein Geldhaus wird wegen fragwürdiger Steuergeschäfte ermittelt.

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          Der Vorstandsvorsitzende der Londoner Großbank HSBC, Stuart Gulliver, soll rund 6,7 Millionen privates Geld auf einem Schweizer Konto versteckt haben. Das berichtet die britische Tageszeitung „Guardian“ unter Berufung auf die Daten, die ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank an deren Sitz in Genf abgezapft und veröffentlicht hatte. 

          Dem Bericht zufolge hat Gulliver zur Tarnung des Kontos ein in Panama registriertes Unternehmen mit dem Namen Worcester Equities Inc. benutzt, bei dem es sich offenbar um eine Briefkasten-Firma handelt. Gulliver war als wirtschaftlich Berechtigter des Kontos geführt. 2007 lagen 7,6 Millionen Dollar (umgerechnet 6,7 Millionen Euro) auf dem Konto. Bis 2003 sollen alle Boni, die Gulliver für seine Tätigkeit bei HSCB erhalten hat, auf das Konto geflossen sein.

          Die Zeitung berichtet weiter, dass Gulliver seinen ständigen Wohnsitz noch immer in Hong Kong habe und dort auch steuerlich veranlagt werde. Dabei arbeitet er schon seit 2003 in London, wo HSBC seinen Hauptsitz hat.

          Wohnsitz immer noch in Hongkong

          Ein Sprecher von Gulliver sagte, der Manager habe bis 2003 ein HSBC-Konto in der Schweiz für seine Bonuszahlungen genutzt. Dann sei er nach London gezogen. Auf die Boni habe er Steuern nach Hongkonger Recht gezahlt, so die Anwälte des Bankers.

          Gulliver habe ein Schweizer Konto für die Bonusauszahlungen genutzt, „weil er vermeiden wollte, dass seine Kollegen in Hongkong von der Höhe seiner Vergütung erfahren“, so die Anwälte des HSBC-Chefs. Das wäre aber der Fall gewesen, wenn Gulliver für die Bonuszahlungen ein Konto in Hongkong angegeben hätte.

          Zu der Frage, warum Gulliver ein Konto eines Unternehmens in Panama benutzte, wollten sich die Anwälte nicht äußern.

          Der unter „Swiss-Leaks“ bekannt gewordene Steuerskandal wurde durch die Veröffentlichung von Dokumenten ausgelöst, die ein früherer HSBC-Mitarbeiter in Genf in seinen Besitz gebracht hat. Dadurch ist HSBC zuletzt in arge Bedrängnis gekommen. So soll die Genfer Niederlassung jahrelang Geschäfte mit Steuerhinterziehern und anderen Kriminellen gemacht haben. Die Justiz hat gegen die  Schweizer HSBC-Tochter ein Verfahren wegen des Verdachts auf schwere Geldwäsche eröffnet.

          Stuart Gulliver hat angekündigt, die Vorgänge aufzuklären. Er hat sich für die Vorfälle mehrmals entschuldigt - unter anderem in ganzseitigen Zeitungsanzeigen.

          Am Montag wird Gulliver öffentlich auftreten, um die Geschäftszahlen der Bank für 2014 vorzustellen.

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