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Supermarktkette in Österreich : Spar nimmt nach Protesten Halal-Fleisch aus dem Sortiment

Sortiment eines Spar-Marktes: Kein Halal-Fleisch mehr. Bild: Reuters

In einem Prospekt warb die Supermarktkette Spar mit Halal-Fleisch. Nach einem regelrechten Shitstorm rudert der Konzern nun zurück – und wird auch dafür wieder hart kritisiert.

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          „Es ist schon traurig, das in einen mitteleuropäischen Land solche Produkte überhaupt angeboten werden“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Seite von Spar Österreich. Und weiter: „Aber Ihre Handelskette sieht wohl nur Umsatz und Gewinne. Ich gehe auf jeden Fall nicht mehr bei Ihrem Unternehmen einkaufen.“ Solche und ähnliche Nachrichten erhielt die österreichische Supermarktkette zigfach, nachdem sie in einem Prospekt bei ausgewählten Standorten für Halal-Fleisch geworben hatte.

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Im traditionellen Sinn ist Fleisch für Muslime nur dann „halal“ und damit zulässig, wenn die Tiere geschächtet, das heißt durch Blutentzug getötet, wurden. Tatsächlich ist jedoch auch eine weitaus moderatere Interpretation von „halal“ möglich. Demnach dürfen die Tiere vor der Schlachtung betäubt werden. Kunden von Spar äußerten in den sozialen Netzwerken jedoch die Befürchtung, dass die Tiere – wie bei einer traditionellen Schächtung – durch eine unbetäubte Ausblutung geschlachtet wurden und prangerten die vermeintliche Tierquälerei an. Auch Kommentare zur zunehmenden „Islamisierung“ Österreichs blieben nicht aus.

          Nur ein Gebet

          Spar Österreich nahm die Produkte nun wieder aus dem Sortiment und veröffentlichte eine Stellungnahme auf der Internetseite des Unternehmens: „Wir halten fest, dass es niemals Fleisch aus Schächtungen bei Spar gegeben hat. Die verwendete Halal-Zertifizierung hat immer die Betäubung der Tiere vor der Schlachtung beinhaltet.“ Der einzige Unterschied zu allen anderen Schlachtungen nach österreichischen Richtlinien sei ein Gebet gewesen, das während der Schlachtung gesprochen wurde.

          Die Supermarktkette knickte unter der – teilweise sehr harten Kritik – ein und wird auch dafür nun stark kritisiert. Der Vorwurf der Kunden lautet nun, dass Spar sich von rechtsgesinnten Bürgern, die „plötzlich zu Tierschützern würden“, unter Druck setzen lasse. „Ich finde es gut, wenn bei Produkten auf Kulturen eingegangen wird“, schreibt ein weiterer Facebook-Nutzer. „Es ist schade, dass Spar sich von den wenigen Dumm-Extremisten derart einschüchtern lässt.“ Ein anderer Kommentar geht in die selbe Richtung: „Charakter hat man und zeigt man. Oder eben nicht.“

          Spar selbst zeigt sich „traurig und schockiert“ über die Reaktionen. Als Nahversorger für alle Bevölkerungsgruppen in Österreich sei man erschrocken über den Tonfall der Diskussionen. Drohten zunächst viele Kunden mit dem Ausweichen auf andere Supermärkte, weil sie sich durch das Halal-Angebot des Marktes gestört fühlten, schrieben nun viele Nutzer, dass sie lieber zu „toleranten“ Konkurrenten wechseln, die sich nicht so leicht unter Druck setzen ließen.

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