Supermärkte in Großbritannien : Auch Äpfel könnten knapp werden
Nach Gemüse könnten in Großbritannien nach Einschätzung von Landwirten auch Äpfel und Birnen knapp werden. Die Knappheit einiger Obst- und Gemüsesorten sei nur die „Spitze des Eisbergs“, sagte der stellvertretende Präsident des Agrarverbandes NFU, Tom Bradshaw, am Samstag. „Einzelhändler tun alles, um die Kosten während dieser Krise der Lebenshaltungskosten gering zu halten.“ Aber Landwirte und Züchter könnten es sich nicht leisten, in die künftige Lebensmittelproduktion zu investieren.
Der „Guardian“ hatte berichtet, dass Obstproduzenten nur ein Drittel der Apfel- und Birnbäume gepflanzt hätten, die nötig seien, um die 5500 Hektar große Produktionsfläche in Großbritannien zu erhalten. Hauptgrund sind dem Apfel- und Birnenhandelsverband zufolge „Supermarktrenditen, die nicht nachhaltig sind“.
Auch Knappheit in Deutschland?
Am Freitag hatten britische Gemüse- und Obstproduzenten angesichts von Lieferproblemen bei einigen Lebensmitteln bereits vor einer langen Krise gewarnt. Als Grund für die Knappheit gelten ungünstiges Wetter in den Anbaugebieten sowie gestiegene Transportkosten und Energiepreise. Mehrere Einzelhändler wie Marktführer Tesco und der Discounter Aldi haben wegen der Lieferschwierigkeiten den Verkauf einiger Produkte wie Tomaten oder Gurken rationiert.
In Deutschland teilte Edeka am Mittwoch auf Anfrage der F.A.Z. mit, es gebe keine Knappheit an Gemüse. „Wir können die Versorgung unserer Märkte mit ausreichenden Mengen weiterhin sicherstellen“, so der genossenschaftliche Einzelhandelsverbund. REWE und Penny ließen mitteilen, es gebe ausreichend Tomaten & Co. zu kaufen. Auch zukünftig. Aber es gibt weniger Auswahl und die Preise steigen. „Die Angebotsstörung im Beschaffungsmarkt wirkt sich aktuell in der Bandbreite der zur Verfügung stehenden Sortenauswahl und in den resultierenden Marktpreisen aus“, erklärte ein Sprecher.
