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Korruption : Gnade für den Samsung-Erben

Samsung-Chef Lee Jae-yong wurde vom südkoreanischen Präsidenten begnadigt. Bild: EPA

Samsung-Chef Lee Jae-yong ist vom südkoreanischen Präsidenten begnadigt worden. Doch die juristischen Querelen sind für Lee noch nicht vorbei.

          4 Min.

          Im Winter 2016/17 gingen in Seoul in den Kerzendemonstrationen Hunderttausende Südkoreaner wochenlang friedlich auf die Straße, um die damalige Präsidentin Park Geun-hye aus dem Amt zu treiben. Die Demonstrationen wurden mit der Amtsenthebung Parks zu einem Wendepunkt für die südkoreanische Demokratie. Sie wurden auch zu einem Wendepunkt für den faktischen Chef des familiengeführten Samsung-Konglomerats, Lee Jae-yong. In den Jahren danach musste Lee, der Enkel des Unternehmensgründers, sich mehr um seine Verteidigung vor Gericht als um die Belange Samsungs kümmern.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Lee, der Vizevorsitzende von Samsung Electronics, geriet wie andere Wirtschaftsführer in die Turbulenzen des Korruptionsskandals um Park. Es ging um Reitpferde für eine Tochter einer Park-Vertrauten, die in Deutschland trainierte, und um Spenden an Stiftungen, die Samsung auf Druck der Präsidentin und ihrer Vertrauten finanzierte. Verbunden war das mit dem Vorwurf, dass als Gegenleistung der staatliche Pensionsfonds 2015 einer Fusion zweier Gruppenunternehmen Samsungs zugestimmt hatte, mit der Lee seine Kontrolle über das Konglomerat stärkte.

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