https://www.faz.net/-gqe-136vs

Suchmaschinenanbieter : Google verdient trotz Krise besser

  • Aktualisiert am

Gradmesser für die gesamte Branche: Google Bild: dpa

Der amerikanische Internetgigant Google hat im zweiten Quartal rund 20 Prozent mehr verdient als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Doch die Krise auf dem Werbemarkt hinterlässt auch in Googles Bilanzen Spuren: Das schwache Wachstum stört die Anleger.

          1 Min.

          Das Internet-Unternehmen Google hat den Gewinn im zweiten Quartal trotz nur gering gestiegener Umsätze um knapp 20 Prozent gesteigert. Der Gewinn stieg von 1,25 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf knapp 1,48 Milliarden Dollar. Das entsprach einer Steigerung von 19 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag in Kalifornien mitteilte. Damit übertraf der Internet-Gigant die Erwartungen der Analysten.

          Doch die Rezession hinterlässt auch in Googles Bilanzen Spuren: Der Umsatz ist im zweiten Quartal nur um 3 Prozent auf 5,52 Milliarden Dollar gestiegen. Das war der geringste Anstieg seit dem Börsengang des Internet-Giganten vor fünf Jahren. Bis zu diesem Jahr hatte Google noch nie ein einstelliges Wachstum vermelden müssen. Die meisten Umsätze erzielt der Suchmaschinenanbieter mit der Vermarktung von Online-Werbung. Google ist dank seiner dominanten Marktposition das profitabelste Internet-Unternehmen (siehe: Google - schwaches Wachstum dämpft die Aussichten).

          Gradmesser für die Branche

          Das Abschneiden des Internet-Konzerns gilt als wichtiger Gradmesser für die gesamte Branche. Google erzielt seine Umsätze ganz überwiegend aus Werbung rund um die Internet-Suche und ist auf diesem Feld mit Abstand Marktführer vor den Rivalen Yahoo! und Microsoft, die ihre neuesten Quartalszahlen in der nächsten Woche vorlegen.

          Google verschärfte gerade erst wieder die Konkurrenz zum Software-Giganten Microsoft mit der Ankündigung eines eigenen Betriebssystems für Computer unter dem Namen Chrome OS (siehe Chrome OS: Google sagt Microsoft den Kampf an). Microsoft startete umgekehrt kurz zuvor seine neue Internetsuche Bing. Der Konzern will Googles Vorherrschaft im lukrativen Markt für Suchanzeigen brechen.

          Google hat jüngst erstmals Stellen gestrichen

          Angesichts der Wirtschaftskrise hat Google jüngst erstmals in seiner Geschichte Stellen gestrichen - vor allem im Marketing und im Verkauf. Ende Juni beschäftigte das Unternehmen knapp 20.000 Vollzeitmitarbeiter, knapp zwei Prozent weniger als drei Monate zuvor.

          Die bezahlten Clicks auf Werbeanzeigen rund um die Online-Suche fielen um rund zwei Prozent im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres, zum Vorjahresquartal stiegen sie zumindest noch um 15 Prozent. Die Klicks sind letztlich entscheidend für die Einnahmen von Google.

          Weitere Themen

          IBM muss Gewinneinbruch verkraften

          IT : IBM muss Gewinneinbruch verkraften

          Der amerikanische Computerkonzern hat fast 40 Prozent weniger Gewinn gemacht und damit die Anleger verschreckt. Neue Geschäftsbereiche bringen bisher noch nicht die erhofften Erfolge.

          Topmeldungen

          Erledigen Sie die Spieler des gegnerischen Teams: Szene aus dem Handyspiel Call of Duty Mobile

          Anschlag von Halle : Vom Ballerspiel zum Mordanschlag

          Stephan B. wollte seine Attacke in Halle aussehen lassen wie ein Videospiel. Eine Spurensuche in einer Welt, in der alles nur ein Witz sein kann – oder bitterer Ernst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.