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F.A.Z.-Exklusiv : Stromnetz von EnBW steht vor Teilverkauf

Warten auf weißen Rauch: Wer steigt in das Stromnetz in Baden-Württemberg ein? Bild: Fotex

Mitten in der Energiekrise sucht der EnBW-Konzern einen Investor für sein Übertragungsnetz im Ländle. Zu den Kandidaten zählen offenbar: Die Staatsbank KfW und der US-Investor Blackrock.

          3 Min.

          Während Deutschland um die Energieversorgung im Winter bangt, steht ein Stromnetzbetreiber kurz vor einem Teilverkauf. Monatelang hat der EnBW -Konzern informell nach einem Investor für das Tochterunternehmen Transnet BW gesucht, das das Stromnetz in Baden-Württemberg betreibt. Nun wird der Verkauf von 49,9 Prozent der Anteile konkret: Der Karlsruher Energiekonzern startet an diesem Freitag das Bieterverfahren, wie die F.A.Z. aus Marktkreisen erfuhr. „Die Vorbereitung der Marktansprache geht gut voran“, teilte ein EnBW-Sprecher auf Anfrage nur mit. Über weitere Details wollte sich der Konzern nicht äußern.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Der Energiekonzern ist in den vergangenen Monaten offenbar auf großes Interesse gestoßen, auch weil der Markt sehr reguliert ist, weshalb Renditen als gut planbar gelten. Wie profitabel Transnet BW ist, ist nicht bekannt, das Unternehmen erwirtschaftete nach eigenen Angaben im Jahr 2021 Umsatzerlöse von 9 Milliarden Euro. Der Preis für den Minderheitsanteil soll dem Verneh en nach mehr als eine Milliarde Euro betragen, der Verkauf könnte noch innerhalb dieses Jahres über die Bühne gehen. Dabei ist gut möglich, dass nicht nur ein Investor zum Zuge kommt, sondern künftig zwei Anteilseigner jeweils 24,9 Prozent halten und damit unterhalb der Grenze für eine Sperrminorität liegen. Dass es noch mehr Investoren werden, ist unwahrscheinlich.

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