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Stresstest der Fed : Gute Zeugnisse für gefährliche Banken

Jerome Powell, Chef der amerikanischen Notenbank Fed. Bild: AP

Institute schneiden gut ab beim ersten Stresstest der Fed. Selbst die Deutsche Bank muss sich nicht schämen. Doch die größere Hürde muss erst am 27. Juni genommen werden.

          Amerikas systemrelevante Banken haben eine so starke Kapitaldecke, dass sie eine schwere  Rezession überstehen würden. Das ist zumindest das Ergebnis des Bankenstress-Testes, das die amerikanische Notenbank Federal Reserve am Freitagabend veröffentlicht hat.  Für den Stresstest hat die Fed eine Krise mit folgenden Zutaten simuliert: Die 18 beteiligten Institute müssen einen Verlust von 410 Milliarden Dollar verkraften, eine globale Ression bricht aus, Amerikas Arbeitslosenquote klettert um sechs Prozentpunkte  auf mehr als zehn  Prozent, die Immobilienpreise fallen in Bodenlose und immer mehr Unternehmenskredite werden faul.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          In diesem Szenario würde die sogenannte Tier1-Kapitalquote im Schnitt von 12,3 auf 9,2 Prozent fallen, und damit deutlich über den Mindestanforderungen liegen. Die Fed hebt hervor, dass die 18 Institute in den vergangenen zehn Jahren ihr Eigenkapital um 690 Milliarden Dollar aufgestockt haben. Die Ergebnisse zeigten, dass die Banken robust seien, behauptet der für Bankregulierung zuständige Fed-Banker Randal Quarles.

          Zu den geprüften Banken gehören die großen Namen wie Bank of America, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley. Aber auch die amerikanische Niederlassung der Deutschen Bank musste sich testen lassen. Sie hatten in den vergangenen Jahre das Misstrauen der Fed-Prüfer geweckt unter anderem wegen als mangelhaft angesehener Risikokontrolle. Dieses Jahr zeichnete sich ein anderes Bild für Deutschlands kränkelndes Spitzeninstitut ab. Es zeigte unter  Stressbedingungen eine bessere Tier1- Eigenkapitalquote als 15 der 18 Institute. Keine Bank hat ihre Kapitalposition so stark verbessert wie die Deutsche Bank.

          In der kommenden Woche wird der zweite Teil der Prüfungsergebnisse veröffentlicht: Dann wird sich zeigen, ob die Institute das Risikomanagement und die Kapitalplanung im Griff haben. Die Stresstests  sind in dieser Form seit knapp zehn Jahren gesetzliche Pflicht als Folge der Finanzkrise. Unter der Trump-Regierung wurden die Auflagen etwas entschärft. Viele Wissenschaftler sind der Überzeugung, dass die Kapitalquoten trotz der Aufstockung viel zu niedrig sind.           

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