https://www.faz.net/-gqe-6kcn8

Streit um Karstadt : Deutsche Bank kritisiert Investor Berggruen

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank kritisiert Karstadt-Interessent Berggruen: Bankchef Josef Ackermann Bild: APN

Erst hat Karstadt-Interessent Berggruen die Deutsche Bank angegriffen, nun kritisiert die Bank den Investor - und weist den Vorwurf zurück, mit der Zukunft Karstadts zu spielen: „Herr Berggruen spielt hier mit der Angst der Karstadt-Mitarbeiter.“

          Die Deutsche Bank ist verwundert - und weist die Worte Nicolas Berggruen „in aller Schärfe“ zurück. Der Karstadt-Interessent Berggruen hatte der Bank im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorgeworfen, mit dem Feuer und der Zukunft Karstadts zu spielen (siehe „Die Deutsche Bank spielt mit dem Feuer“). Die Deutsche Bank zeigte sich nun „sehr verwundert über die Vorwürfe von Herrn Berggruen“ und erklärte: „Herr Berggruen spielt hier mit der Angst der Karstadt-Mitarbeiter um die Zukunft des Unternehmens und versucht, politischen Druck auf die Deutsche Bank auszuüben, um seine geschäftlichen Ziele zu erreichen. Dieser Weg führt definitiv nicht zum Ziel.“

          Anfang September wird über die Existenz Karstadts entschieden

          Berggruen wisse sehr genau, dass „die Deutsche Bank von Anfang an alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten genutzt hat, um eine gedeihliche Lösung für Karstadt zu erreichen“. Er verschweige, „dass die Deutsche Bank hier nicht Herr des Verfahrens ist, sondern andere dies sind“. Die Deutsche Bank werde weiter „alles in ihrer Macht Stehende“ tun, „um eine gute Zukunft für Karstadt und die Arbeitsplätze dort zu erreichen“.

          Karstadt-Investor Berggruen: „Ich kann nicht überblicken, welche kommerziellen Interessen Borletti und die Deutsche Bank verfolgen. Ich kann nur sagen, die spielen mit dem Feuer und der Zukunft von Karstadt”

          Berggruen hatte gesagt, die Zeit für die Rettung von Karstadt werde knapp. „Wenn wir bis Anfang September nicht durch sind, wird es das Unternehmen nicht mehr als fortzuführenden Geschäftsbetrieb geben.“ Am 2. September wollen sich die Highstreet-Gläubiger in London treffen, um über neue Mietkonditionen abzustimmen.

          Einen Tag später will das Amtsgericht Essen über die Annahme des Insolvenzplans entscheiden. Zwar liegt nach Berggruens Worten ein ausverhandelter Mietvertrag schriftlich vor, es seien aber noch einige technische Details zu klären. Um nicht das Risiko einzugehen, erst am letzten Tag auf den Punkt zu kommen, habe er die Highstreet-Vertreter frühzeitig für den 31. August zu einem Treffen einladen wollen. Diesem Wunsch sei aber nicht entsprochen worden.

          Lesen Sie das gesamte Gespräch mit Nicolas Berggruen: „Die Deutsche Bank spielt mit dem Feuer“.

          Weitere Themen

          Axel Voss auf der Gamescom Video-Seite öffnen

          „Dont kill the Messenger“ : Axel Voss auf der Gamescom

          Wir haben einen Rundgang über das Kölner Messegelände mit Axel Voss, dem wohl polarisierendsten Besucher der diesjährigen Gamescom unternommen und uns mit ihm über die Debatte um Artikel 13, seine Bekanntheit bei jüngeren Gamern und Minecraft unterhalten.

          Topmeldungen

          Am Rande des G-7-Gipfels : Wie es Macron gelang, Trump gnädig zu stimmen

          Der französische Präsident präsentiert sich in Biarritz als Überraschungskünstler: Er hat den erwartet sperrigsten Gipfelteilnehmer vorläufig gezähmt – und scheut dabei nicht vor einem Trick zurück.

          Amazonas-Brände : Warum sind wir so passiv?

          Der Regenwald brennt. Das Foto des erblindeten Ameisenbären in Abwehrstellung ging um die Welt und ist zum Sinnbild geworden. Ein verzweifelter Aufruf von Brasiliens bekanntestem Naturfotografen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.