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Streit um Filial-Eröffnung : Kardinäle wettern gegen McDonald’s am Vatikan

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McDonald’s? Passt hier nicht hin, finden viele Kardinäle. Bild: dpa

Die geplante Eröffnung eines „McDonald’s“ am Vatikan sorgt in höchsten kirchlichen Kreisen für Streit: Pilgern werde ungesundes Essen statt „traditioneller römischer Küche“ angeboten. Es geht aber auch um beträchtliche Mieteinnahmen.

          Ein geplantes McDonald's-Restaurant in unmittelbarer Nähe des Petersplatzes in Rom hat Proteste von Anwohnern und Kardinälen hervorgerufen. Das Fastfood-Restaurant soll in einem Gebäude öffnen, das dem Vatikan gehört und nur wenige Schritte vom Kirchenstaat entfernt ist. „Wir sind sehr besorgt, wir protestieren auf jeder Ebene“, sagte der Präsident der Organisation zur Rettung des Stadtviertels Borgo, Moreno Prosperi, der Nachrichtenagentur Adnkronos.

          „Das Fastfood-Restaurant nur 50 Meter vom Eingang des Vatikans entfernt ist ein Widerspruch zu den Prinzipien, die Papst Franziskus vertritt“, sagte Prosperi. Seine Organisation plane eine „Anti-McDonald's-Demo“.

          Auch ein Kurienkardinal kritisierte öffentlich die Entscheidung des Vatikan, das Ladenlokal an die amerikanische Fast-Food-Kette zu vermieten. Man biete Pilgern und Touristen damit Speisen an, die nach Ansicht von „nicht wenigen Medizinern und Ernährungswissenschaftern keine Garantien für die Gesundheit der Konsumenten“ böten und „qualitativ meilenweit von der traditionellen römischen Küche entfernt“ seien, sagte der pensionierte italienische Kurienkardinal Elio Sgreccia in einem Interview der Tageszeitung „La Repubblica“ (Samstag).

          Der zuständige Leiter der vatikanischen Immobilienverwaltung, Kardinal Domenico Calcagno, verteidigte unterdessen die Vermietung an McDonald's. Er könne darin nichts Negatives sehen. Alles sei nach Recht und Gesetz verlaufen. Über Beschwerden an den Papst wisse er nichts.

          Die vatikanische Immobilienverwaltung Apsa ist Eigentümer des Gebäudes, in dessen Erdgeschoss die Mc-Donald's-Filiale im Frühjahr kommen soll. Der Palazzo liegt rund 100 Meter vom Vatikanstaat entfernt. In dem Haus wohnen auch mehrere Kardinäle. Einer von ihnen soll nach italienischen Medienberichten einen Beschwerdebrief an den Papst geschrieben haben. Laut „La Repubblica“ soll der Vatikan für das 538 Quadratmeter große Ladenlokal monatlich 30.000 Euro Miete erhalten. McDonald's selbst äußerte sich bislang nicht dazu.

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