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Apple auf Kollisionskurs : Frontalangriff auf das iPhone

Einst zeigte Apple-Chef Tim Cook (Dritter von rechts) Donald Trump stolz sein Werk in Texas. Jetzt ist der Präsident sauer. Bild: PETE MAROVICH/The New York Times

Amerikas Präsident drängt auf Hilfe beim Entsperren von Geräten eines Attentäters. Apple weigert sich und bereitet sich stattdessen auf einen erneuten Rechtsstreit vor. Auch in Deutschland will die Politik mehr Zugriff.

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          Der Streit über die Entschlüsselung der iPhones eines Attentäters wird zur Belastungsprobe für das zuletzt freundliche Verhältnis zwischen Apple und Donald Trump. Der amerikanische Präsident beklagte sich auf Twitter, der Konzern versperre den Zugang zu Handys von „Mördern, Drogendealern und anderen gewalttätigen kriminellen Elementen“, und das, obwohl ihm die Regierung ständig in der Handelspolitik und in vielen anderen Dingen helfe. Apple müsse die Regierung unterstützen, und zwar sofort.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          In der Auseinandersetzung geht es um zwei iPhones eines saudischen Luftwaffenoffiziers, der im Dezember auf einem Militärstützpunkt in Florida mehrere Menschen erschossen hat. Der amerikanische Justizminister William Barr bedrängte Apple am Montag öffentlich, den Behörden bei der Entschlüsselung der Geräte zu helfen, und er warf dem Konzern vor, bislang „substantielle Hilfe“ verweigert zu haben. Apple verteidigte sich und wies darauf hin, den Behörden „viele Gigabytes“ an Daten geliefert zu haben, zum Beispiel von diversen Konten des Täters. Dies dürften aber Informationen sein, an die Apple auf seinen Rechnern herankommt und für die nicht das Entsperren der iPhones selbst nötig ist, denn genau dagegen sträubt sich das Unternehmen. Apple sagt, dazu müsste eine spezielle Software entwickelt werden, die als Hintertür für die Geräte fungiere, und wenn ein solcher Kniff einmal in der Welt sei, könne er auch von autoritären Regimes oder Kriminellen missbraucht werden. „Wir haben immer gesagt, es gibt keine Hintertür, die nur von Menschen mit guten Absichten genutzt werden kann.“

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