https://www.faz.net/-gqe-8kivf

Streit mit Zulieferer : VW schickt wohl mehr als 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

  • Aktualisiert am

Auch im Stammwerk von Volkswagen in Wolfsburg schlägt sich der Streit mit den Zulieferern nieder. Bild: AFP

Der größte Autokonzern der Welt hat Streit mit Zulieferern. Worum es geht, dazu schweigt Volkswagen. Allerdings gehen nun angeblich Tausende weitere Beschäftigte in Zwangsurlaub.

          Volkswagen wird wegen des Streites mit einem Lieferanten offenbar Tausende weitere Beschäftigte in den Zwangsurlaub schicken. Für Teile der Produktion am Stammwerk in Wolfsburg sowie in den Werken Kassel und Zwickau solle Kurzarbeit angemeldet werden, sagte eine mit der Sache vertraute Person aus dem Umkreis des Konzerns.

          Allein in Wolfsburg werde die Ausweitung der Kurzarbeit mehr als 10.000 Beschäftigte betreffen. Details würden derzeit mit der Bundesagentur für Arbeit geklärt. An diesem Donnerstag waren nach Unternehmensangaben bereits 8.000 Mitarbeiter des Passat-Werks in Emden in Kurzarbeit gegangen, weil Zulieferteile fehlen. Das war schon vor wenigen Tagen bekannt geworden.

          Worum es geht, dazu schweigt VW

          Ein Volkswagen-Sprecher sagte, Kurzarbeit sei ein denkbares Mittel, um auf den Lieferengpass zu reagieren. Dies sei aber noch nicht entschieden.

          Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit der Zuliefergruppe Prevent. Zunächst war darüber spekuliert worden, dass Volkswagen Druck ausübe auf seine Zulieferer, die Preise zu senken angesichts der eigenen Probleme mit dem Abgas-Skandal. Dem Vernehmen nach geht es im Streit mit dem Lieferanten allerdings um ein anderes, gescheitertes Projekt.

          Deswegen halte die Firma Lieferungen ihrer Tochter-Gesellschaften zurück. Per einstweiliger Verfügung hat Volkswagen – im Fall der Zulieferungen für die Autositze – durchgesetzt, dass die Firma Car Trim aus Sachsen (mit einer Forschungsstelle in Wolfsburg) liefern müsse. Car Trim kann dagegen allerdings in die Berufung gehen.

          Der Zulieferer liefert jedoch weiter nicht und setzt sich über den Gerichtsbeschluss hinweg. Zur selben Gruppe gehört auch der Zulieferer ES Automobilguss, der ebenfalls seine Lieferungen eingestellt hat. Und auch ES Automobilguss wurde per einstweiliger Verfügung aufgefordert, weiter zu liefern, hat dagegen aber vor dem Landgericht Braunschweig Widerspruch eingelegt. Ende August soll darüber entschieden werden.

          Deswegen weiten sich die Probleme jetzt aus, so dass auch in Zwickau und Wolfsburg uns Kassel möglicherweise Kurzarbeit droht und die Bänder stillstehen. Noch will VW das offiziell aber über Arbeitszeitkonten auffangen und vermeidet es, öffentlich über Kurzarbeit in Wolfsburg zu sprechen. Die Muttergesellschaft Prevent GmbH in Wolfsburg kündigte an, am Abend eine Stellungnahme zu dem Konflikt abgeben zu wollen.

          Weitere Themen

          Was Reisende jetzt wissen müssen

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.

          Topmeldungen

          Passagiere des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook am Flughafen von Palma de Mallorca.

          Thomas Cook ist pleite : Was Reisende jetzt wissen müssen

          Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook verunsichert Tausende von Urlaubern. Geht mein Geld verloren? Wie sicher ist das Absicherungsversprechen? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Reisende.
          Volkstribun? Der Landesvorsitzende der AfD in Brandenburg, Andreas Kalbitz

          Populismus : Die da oben

          Populisten geben sich gerne als Männer und Frauen des Volkes. Am Beispiel der AfD kann man jedoch sehen: Kritiker der „Elite“ sind meist elitärer, als ihre Rhetorik vermuten lässt.
          Glitzernde Autoshows wollen die Marketingstrategen der Firmen nicht mehr.

          War’s das mit der IAA? : Dilettanten am Steuer

          Wie ruiniert man eine IAA? Man nehme streitende Konzerne, einen Frankfurter Oberbürgermeister und einen hilflosen Verband. Schadenfreude? Ist nicht angebracht. In Deutschland sollten die Alarmglocken schrillen.
          Das Mercedes-Benz Logo auf dem Turm des Hauptbahnhofes in Stuttgart.

          Brandbrief : Daimler-Vorstand rüttelt die Belegschaft wach

          Der Daimler-Vorstand Ole Källenius will mit einem Brandbrief seine Führungskräfte wachrütteln: Daimler will kurzfristig mindestens 4,2 Milliarden Euro einsparen. Die Mitarbeiter sollen selbst Ideen dafür finden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.