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Streit mit FBI : Apple legt Einspruch ein

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Apple-Chef Tim Cook würde gerne mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama persönlich über die Sache reden. Bild: AP

Apple wehrt sich weiter dagegen, dem FBI Zugang zu mehreren iPhones zu ermöglichen. Wettbewerber sichern dem Unternehmen Hilfe vor Gericht zu.

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          Der Streit um die Entschlüsselung eines iPhones für Ermittlungszwecke zieht immer weitere Kreise. Der Technologiekonzern Apple hat nun offiziell Einspruch gegen die Anordnung eingelegt, im Fall des Islamisten-Anschlags von San Bernardino das iPhone eines Täters entsperren zu müssen. Das Unternehmen argumentiert, dass ein solcher Zwang beispiellos sei und im ersten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung verbriefte Rechte verletze.

          Apple beruft sich dabei mit Blick auf die Entwicklung seiner Rechner-Codes auf die Redefreiheit, die in den Vereinigten Staaten besonderes Gewicht hat und auch für Firmen gilt. „In dem Fall geht es nicht um ein einzelnes iPhone“, erklärte Apple.

          Auf Hilfe kann Apple von den teilweisen Wettbewerben Twitter, Facebook und Google hoffen. Der Kurznachrichtendienst Twitter kündigte an, sich vor Gericht für Apple einsetzen zu wollen. Das soziale Netzwerk Facebook und der Internet-Konzern Google planen angeblich dasselbe, sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der amerikanische Finanzfernsehsender CNBC meldete, Facebook und Google wollten vor Gericht eine Stellungnahme einreichen, in der sie die Position Apples unterstützten.

          Die amerikanische Bundespolizei FBI untersucht derzeit, ob die Attentäter von San Bernardino mit der Terror-Miliz IS in Kontakt standen. Dafür will das Justizministerium in Washington Apple mit einem Gerichtsentscheid zwingen, das iPhone eines Angreifers für die Ermittler zu entschlüsseln.

          Trump mischte sich schon ein

          Infolge des Anschlags im Dezember hatten zwei Personen 14 Menschen erschossen, bevor sie selbst von der Polizei getötet wurden. Die Anfrage an Apple in diesen Ermittlungen ist kein Einzelfall: Aus Behördenunterlagen ging jüngst hervor, dass sich das Ministerium zuletzt landesweit im Falle von 15 Geräten um eine Umgehung der Schutzmechanismen bemüht hat.

          Der ganze Streit ist in den Vereinigten Staaten längst ein Politikum geworden. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump rief dazu auf, Apple zu boykottieren solange der Konzern nicht mit dem FBI zusammen arbeite. Apple-Chef Tim Cook will derweil mit dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama persönlich über die Angelegenheit sprechen.

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