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Streiks ausgesetzt : General Motors einigt sich mit Gewerkschaft

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General Motors und die Gewerkschaft UAW haben sich vorläufig geeinigt Bild: AP

Es war der erste landesweite Streik bei General Motors in den Vereinigten Staaten seit mehr als 30 Jahren. Nun ist er ausgesetzt. Die Tarifparteien haben sich auf einen vorläufigen Abschluss geeinigt.

          General Motors (GM) und die Gewerkschaft der Automobilarbeiter (UAW) haben sich nach wochenlangem Streit auf ein Tarifabkommen für 74.000 Beschäftigte geeinigt. Das teilte der weltgrößte Autobauer am Mittwoch in Detroit im amerikanische Bundesstaat Michigan mit. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen dem Verhandlungsergebnis noch zustimmen.

          Der Abschluss sehe die Bildung eines neuen Gesundheitsfonds für ausgeschiedene GM-Arbeiter vor, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Detroit mit. Dies ermögliche dem Autobauer, seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu verbessern. Bisher trägt der Konzern die Gesundheitskosten seiner ausgeschiedenen Arbeiter selbst. Ein weiterer Punkt der Vereinbarung sind den Angaben zufolge Bonuszahlungen für die Beschäftigen.

          Haupstreitpunkt Gesundheitsfonds

          Der Autokonzern hatte sich für die Gründung des Gesundheitsfonds stark gemacht, um rund 51 Milliarden Dollar (36,1 Milliarden Euro) an Kosten aus den Büchern zu tilgen. Der Konzern muss fast 339.000 Rentner und überlebende Angehörige versorgen. Ein weiterer Punkt der Vereinbarung sind nach Angaben aus Verhandlungskreisen Bonuszahlungen für die Beschäftigen. Die Finanzierung der Krankenversicherung für die GM-Rentner war einer der Hauptstreitpunkte in dem Konflikt.

          „Das war zweifellos eine der komplexesten und schwierigsten Verhandlungen in der Geschichte von General Motors und der Gewerkschaft UAW“, betonte GM-Chef Rick Wagoner. GM ächzt seit Jahren unter den Pensionsverpflichtungen, die der Konzern einst in besseren Jahren eingegangen war. Die Gewerkschaft hatte dem Konzern vorgeworfen, den harten Wettbewerb mit den asiatischen Autoherstellern auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen. Seit 2005 hat GM mehr als zehn Werke geschlossen, dabei gingen etwa 30. 000 Arbeitsplätze verloren.

          Erster landesweiter Streik seit mehr als 30 Jahren

          Beim Opel-Mutterkonzern wurde seit Montag gestreikt. Es war der erste landesweite GM-Streik in den Vereinigten Staaten seit mehr als 30 Jahren. Nun ist er ausgesetzt, die Produktion laufe am Mittwoch wieder an, hieß es.

          GM und seine beiden Wettbewerber Ford und Chrysler verhandeln seit Juli über einen neuen Tarifvertrag. Die alte Vereinbarung lief am 14. September aus. Kurz vorher erklärte die Gewerkschaft GM zum Hauptverhandlungspartner und setzte die Gespräche mit Ford und Chrysler zunächst aus.

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