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Streikankündigung bei Lufthansa : Piloten drohen mit kürzeren Vorlauffristen

  • Aktualisiert am

Bald könnte es wieder zu Flugausfällen bei der Lufthansa kommen Bild: dpa

Ab sofort müssen sich Lufthansa-Kunden wieder auf Streiks einstellen. Die Pilotengewerkschaft Cockpit erklärte die Tarifverhandlungen für gescheitert. Und droht damit, die Streiks kurzfristiger anzukündigen.

          Bei der Lufthansa drohen ab sofort neue Streiks der Piloten und damit massenhafte Flugausfälle. Die Vereinigung Cockpit teilte am Freitagabend in Frankfurt mit, dass die Verhandlungen mit dem Konzern zu den Übergangsrenten für die Piloten gescheitert seien. Die Spartengewerkschaft habe daraufhin weitere Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, „mit denen ab sofort gerechnet werden muss“. Die genauen Termine würden jeweils vorab veröffentlicht.

          Die drohenden Streiks der Lufthansa-Piloten könnten nach Angaben der Vereinigung Cockpit (VC) kurzfristiger angekündigt werden als bei der massiven Streikwelle im April. „Damals haben wir den Streik 72 Stunden vorab angekündigt“, sagte Cockpit-Vorstandsmitglied Markus Wahl am Samstag. „Jetzt ist es auch denkbar, dass wir diese Vorlauffrist ein wenig kürzer halten.“

          Genug Planungsvorlauf für Passagiere

          Zwar müsse „ab sofort“ mit Streiks gerechnet werden, sagte Wahl. Doch würden Ausstände rechtzeitig angekündigt. „Es wird kein Passagier erst am Flughafen erfahren, dass sein Flug nicht stattfindet. Er wird ausreichend Zeit haben, auf anderem Weg an sein Ziel zu kommen.“ „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Kunden der Lufthansa“, erklärte Cockpit. Das Lufthansa-Management könne „mit den entsprechenden Signalen“ an die VC den Streik aber „jederzeit noch abwenden“.

          Die Lufthansa hat die Streikankündigung ihrer Piloten als nicht nachvollziehbar kritisiert. „Wir bedauern die Entscheidung der Vereinigung Cockpit sehr, die Verhandlungen für gescheitert zu erklären und Arbeitskampfmaßnahmen anzukündigen. Diese Entscheidung ist in keiner Art und Weise nachvollziehbar“, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit.

          Die Lufthansa sei jederzeit gesprächsbereit und wolle die Verhandlungen fortsetzen. Das Unternehmen erklärte, in dem Streit auch bereits verbesserte Vorschläge unterbreitet zu haben.

          Piloten erklären Verhandlungen für gescheitert

          In einer Urabstimmung im März hatten die rund 5.400 Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings mit 99,1 Prozent dafür gestimmt, nötigenfalls mittels Arbeitskampf einen neuen Tarifvertrag zur Übergangsversorgung durchzusetzen. In den letzten Monaten hatten Lufthansa und die Vereinigung Cockpit hinter verschlossenen Türen verhandelt.

          In dem Tarifkonflikt, der im April zum schärfsten Streik in der Lufthansa-Geschichte mit rund 3.800 Flugausfällen an drei kompletten Streiktagen geführt hatte, geht es um höhere Gehälter und die Übergangsrenten der Piloten. Im Frühjahr hatte die Lufthansa durch den Streik 45 Millionen Euro verloren.

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