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Strafzölle aus Amerika : Salzgitter-Chef: Trump schadet uns bewusst

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In der Stahlproduktion von Salzgitter: Das Unternehmen hat Millionen Daten nach Amerika geliefert, die den Dumping-Vorwurf widerlegen sollen. Bild: dpa

Washington hat gegen den zweitgrößten deutschen Stahlhersteller Strafzölle verhängt und dies mit Dumping begründet. Unhaltbar, sagt der Unternehmenschef - und nennt Gründe.

          Der Stahlkonzern Salzgitter ist ein Opfer der amerikanischen Handelspolitik unter dem Präsidenten Donald Trump. So sieht das zumindest der Unternehmenschef. „Fakten werden von den Amerikanern womöglich bewusst missinterpretiert“, sagte Heinz Jörg Fuhrmann der „Welt“.

          Die amerikanischen Behörden unterstellen Salzgitter Dumping im Falle der Lieferung von Grobblechen und haben deswegen Strafzölle gegen das im M-Dax notierte Unternehmen aus Niedersachsen verhängt. „Der Vorwurf ist absurd und wird keiner neutralen Überprüfung standhalten“, ergänzte Fuhrmann.

          „Wir erwarten Unterstützung“

          Er wirft Trump und den Behörden vor, Salzgitter absichtlich schaden zu wollen. „Wir haben den amerikanischen Behörden 20 Millionen Datensätze übergeben, die genau zeigen, was wir in der untersuchten Periode wann und an wen zu welchem Preis geliefert haben.“ Und das sei nicht mal in der Nähe eines Dumping-Verdachts.

          Der zweitgrößte deutsche Stahlkonzern hat in dem Fall Einspruch eingelegt. Eine Reaktion darauf gebe es bislang noch nicht, so Fuhrmann. „Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, muss der Strafzoll aber wieder aufgehoben werden. Andernfalls werden wir weiter für unser Recht kämpfen.“

          Dafür bittet Salzgitter auch um Hilfe aus der Politik: „Wir erwarten, dass die einheimische Politik uns unterstützt. Denn eine Anzeige etwa bei der Welthandelsorganisation WTO können wir als Unternehmen nicht einreichen, das ist der EU-Kommission vorbehalten. Wir sind deswegen mit Kommission und Bundesregierung im Gespräch.“

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