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Strafprozess gegen Ex-VW-Chef : Ausgerechnet Winterkorn

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von VW, Martin Winterkorn Bild: dpa

Bandenmäßiger Betrug bei Wirecard, jetzt möglicherweise auch bei Volkswagen. Korruption, Gier und Arroganz scheinen in der Bundesrepublik weiter verbreitet zu sein als gedacht.

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          Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn muss sich wegen „banden- und gewerbsmäßigen Betrugs“ im Diesel-Skandal vor Gericht verantworten. Man darf den Richtern der Wirtschaftsstrafkammer in Braunschweig abnehmen, dass sie mehr als gründlich geprüft haben, ob die Beweise ausreichen, Winterkorn und die anderen Beschuldigten am Ende wirklich zu verurteilen. Der frühere Volkswagen-Chef hat immer wieder beteuert, von den Abgas-Manipulationen erst erfahren zu haben, als die amerikanischen Umweltbehörden den Betrug im Herbst 2015 aufdeckten.

          Ausgerechnet Winterkorn, der sich das Image gab, sich in Wolfsburg um jedes technische Detail zu kümmern, will vom Betrug bis zum Ende nichts gewusst haben? Das Gericht glaubt ihm das offensichtlich nicht. Dabei gilt bis zu einer Verurteilung für den früheren VW-Chef und die anderen Angeklagten selbstredend die Unschuldsvermutung. Und doch ist die Eröffnung des Hauptverfahrens für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein erschreckendes Zeichen. Bandenmäßiger Betrug bei Wirecard, jetzt möglicherweise auch bei Volkswagen. Korruption, Gier, Skrupellosigkeit und Arroganz scheinen in der Bundesrepublik weiter verbreitet zu sein als gedacht.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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