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Von Schröder zur Tyro : Stollmann taucht ab und wieder auf

Jost Stollmann Bild: mauritius images / martin berry

Unternehmensgründer, Schattenwirtschaftsminister und nun Kapitän: Dieser Deutsche ist rund um die Welt erfolgreich.

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          Australien feiert einen – vergleichsweise – kleinen Börsengang als seinen größten des Jahres. Allerdings rückt mit dem ersten Handelstag von Tyro Payments auch ein Deutscher ins Blickfeld: Denn Jost Stollmann hatte das Unternehmen im Jahr 2006 gegründet.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Finanzdienstleister trat an, das für Kunden teure Oligopol der australischen Banken bei Kartenzahlungen zu brechen. Stollmann kennt sich mit Gründungen aus: Im Jahr 1984 hatte er in seinem Heimatland Compunet gegründet. Nach dessen erfolgreichem Verkauf an GE Capital wurde Stollmann im Jahr 1998 ins Wahlkampfteam von Gerhard Schröder (SPD) berufen. Bei einem Sieg wartete auf ihn der Posten des Bundeswirtschaftsministers – nach einem Streit mit Finanzminister Oskar Lafontaine (damals SPD) trat Stollmann den Posten freilich nicht an.

          Dagegen machte er sich auf eine mehrjährige Weltumseglung mit seiner Frau Fiona und seinen fünf Kindern. Ihr Ende fand sie in Sydney, wo sich der Deutsche wieder als Gründer betätigte.

          Über die Jahre baute er dort eine enge Beziehung zum heutigen Self-Made-Milliardär Mike Cannon-Brookes auf, der gemeinsam mit seinem Partner Scott Farquhar die australische Team-Software-Schmiede Atlassian gegründet und erfolgreich an die Börse gebracht hatte. Damit zählen die beiden zu den reichsten Australiern.

          Während Stollmann Tyro im Jahr 2017 verließ und für sein Kapitäns-Patent zu büffeln begann, hält Cannon-Brookes weiterhin knapp 14 Prozent des Kapitals an Tyro. Das verlieh Anlegern am Freitag Sicherheit: Der Kurs der Tyro-Aktie legte am ersten Handelstag um 23 Prozent zu.

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