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Streit um Sorte „Voll-Nuss“ : Stiftung Warentest verliert gegen Ritter Sport

  • Aktualisiert am

„Voll-Nuss“ ist die meistverkaufte Tafel von Ritter Sport. Bild: Picture-Alliance

Die Stiftung Warentest darf nicht mehr behaupten, Ritter Sport verwende für seine Sorte „Voll-Nuss“ ein chemisch hergestelltes Aroma. Die Prüfer unterliegen im Berufungsverfahren.

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          Die Stiftung Warentest ist im Streit mit dem Schokoladen-Hersteller Ritter Sport um die Zutaten einer Nuss-Schokolade endgültig gescheitert. Das Oberlandesgericht München wies die Berufung der Stiftung Warentest gegen eine frühere Gerichtsentscheidung am Dienstag zurück. Damit darf die Stiftung Warentest dem Hersteller Ritter Sport in ihrem Schokoladentest weiterhin keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen.

          In dem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatten die Prüfer der Ritter Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei. Ritter Sport hatte dies zurückgewiesen und eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung erwirkt. Diese hat nach der gescheiterten Berufung weiter Bestand.

          Die Entscheidung des Oberlandesgerichts hatte sich im Laufe der Verhandlung bereits abgezeichnet. Die Vorsitzende Richterin Eva Spangler sprach von einer „unzulässigen  Verzerrung“ und einem „falschen Gesamtbild für den Durchschnittsleser“. Damit schloss sich das Oberlandesgericht in einer ersten Bewertung dem Urteil des Landgerichts München an. Dort sei „im Ergebnis mit den erforderlichen Klarstellungen schon richtig entschieden“ worden, sagte Spangler.

          In dem Berufungsverfahren, das die Stiftung Warentest angestrengt hatte, wurde um Formulierungen gestritten. Es sollte nicht geklärt werden, ob der von Ritter Sport verwendete Aromastoff Piperonal natürlich oder vollsynthetisch hergestellt wurde. Viel mehr ging das Gericht der Frage nach, ob die Stiftung Warentest in ihrer Berichterstattung den „Boden einer sachlich gerechtfertigten Kritik“ überschritten habe, wie es das Landgericht in einem ersten Urteil im Januar bemängelt hatte.

          Das Oberlandesgericht stellte klar, dass ein Verbraucher, der Wert auf eine gesunde Ernährung lege, durch die Bewertung davon abgehalten werde, die Schokolade zu kaufen. Dabei hätten die Warentester aber selbst gar nicht den chemischen Nachweis erbracht, ihr Urteil beruhe lediglich auf einer Schlussfolgerung. Die Stiftung Warentest hätte nur den Verdacht gehabt, dass das Piperonal künstlich hergestellt worden sei – zu wenig für ein „mangelhaft“, stellte das Oberlandesgericht fest.

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