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Manager in Familienunternehmen : Die liebe Familie

Nun müssen die Erben entscheiden: Szene aus der Folge „Familienbande“ der ARD-Serie „Paul Kemp - Alles kein Problem“ Bild: ARD/ORF/Petro Domenigg

Streit mit dem Gründer, Streit mit dessen Erben: Angestellte Manager in Familienbetrieben haben es oft schwer. Jetzt wollen sie sich gegenseitig helfen.

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          Im Grunde genommen gibt es nur einen, der wirklich weiß, wie es richtig geht. Denjenigen, der aus einem kleinen Familienbetrieb einen Weltkonzern geschaffen hat. Der Jahrzehnte dafür geschuftet hat. Der muss sich nichts mehr sagen lassen. Aber wer soll jemals in solche Fußstapfen treten? Der Streit mit dem Nachfolger ist programmiert. Auch die Erben bekämpfen sich manchmal untereinander bis aufs Äußerste. Zuletzt sorgte die Fehde zwischen Mitgliedern des Oetker-Clans für Aufsehen, die in der Aufspaltung des Familienkonzerns endete.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was für die Öffentlichkeit als Seifenoper gewissen Unterhaltungswert haben kann, ist aus volkswirtschaftlicher Perspektive heikel. 90 Prozent der Unternehmen hierzulande sind in Besitz der Gründerfamilien. 58 Prozent der Beschäftigten beziehen von solchen Unternehmen ihren Lohn, und diese Unternehmen stehen für 52 Prozent der Umsätze in diesem Land. Eine vernünftige Führung von Familienunternehmen ist also für unseren Wohlstand von elementarer Bedeutung. Insofern ist es gut, dass Birgit Felden beruhigen kann. Die Professorin für Unternehmensberatung und Nachfolgeplanung sagt: „In den vergangenen 30 Jahren ist es viel professioneller geworden, die meisten stolpern nicht mehr unvorbereitet in die Nachfolgeplanung.“

          Doch ganz einfach ist die Sache immer noch nicht. „Ein Alpha-Tierchen sucht ein neues Alpha-Tierchen“, beschreibt Felden die Situation. Die Unternehmensberaterin und Aufsichtsrätin von Familienunternehmen war daher sofort bereit, als sie gefragt wurde, ob sie bei der Stewardship-Gesellschaft mitmachen möchte, einer Initiative, die sich der Rolle von angestellten Managern in Familienunternehmen annehmen will. Denn Hand aufs Herz: Oft sind die eigenen Nachkommen nicht willens und geeignet für die Unternehmensführung. Gerade bei größeren Familienunternehmen sind oft externe Manager im Vorstand oder gar an der Unternehmensspitze. Und im Geflecht zwischen Familienstämmen mit unterschiedlichen Interessen den Kopf über Wasser zu halten ist gar nicht so einfach.

          Professorin, Unternehmerin und Aufsichtsrätin Birgit Felden
          Professorin, Unternehmerin und Aufsichtsrätin Birgit Felden : Bild: privat

          Nun wurde ein Kodex der Initiative zur Unternehmensleitung von Familien- und Stiftungsunternehmen vorgestellt. „Der Corporate-Governance-Kodex für börsennotierte Gesellschaften wird seit Jahren breit diskutiert, aber für externe Manager in familiengeführten Unternehmen gibt es gar keine Handreichung“, sagen Marc Viebahn und Marc Konieczny. Die beiden Partner der Personalberatung Interconsilium haben deshalb die Stewardship-Gesellschaft gegründet und 15 Manager aus Familienunternehmen gebeten, ihre Erfahrungen auszutauschen. Herausgekommen ist ein kompakter Kodex mit fünf Grundsätzen, die eine Zusammenarbeit zwischen der Gründerfamilie und dem Management erleichtern sollen. „Wir bewahren unsere Unabhängigkeit“, heißt es da. Und: „Wir setzen uns für eine professionelle Governance ein.“ Beides leichter gesagt als getan.

          Doch für Andreas Ronken ist das unabdingbar für unternehmerischen Erfolg. Er führt seit sechs Jahren die Geschäfte des Schokoladenherstellers Ritter Sport. Sehr im Einvernehmen mit seinem Vorgänger in dem Job: Alfred Theodor Ritter, Enkel der Unternehmensgründer. „Es ist ein Irrglaube, dass Familienunternehmen wie Diktaturen funktionieren und wir angestellten Manager nur wie gelenkte Affen in vorauseilendem Gehorsam das tun, was der Patriarch vermeintlich will“, sagt Ronken. „Natürlich bin ich nur Angestellter, nicht Teil der Familie, aber ich bin angestellt dafür, um das zu tun, was ich denke, was dem Unternehmen guttut.“ Nicht immer schafft ein Unternehmer und Eigentümer es, sich in Zurückhaltung zu üben wie bei Ritter Sport. „Wenn es scheitert, liegt es immer an beiden Seiten“, sagt Professorin Felden. „Am besten ist es, wenn eine Familienverfassung vorliegt, die eine gute Basis für die Zusammenarbeit mit externen Managern sein kann.“

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