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Steuertricks : Dax-Konzerne nutzen kaum Schlupflöcher

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Thyssen-Krupp: Kein Dax-Konzern gibt mehr ab. Bild: vario-images

Die Regierung will gegen Steuertricks großer Firmen vorgehen. Doch einer Analyse der F.A.Z. zufolge schleusen Dax-Konzerne ihre Gewinne nur geringfügig am Fiskus vorbei. Ein Unternehmen hat fast seinen gesamten Überschuss an den Staat überwiesen.

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          Während die Bundesregierung entschieden gegen Steueroasen und Schlupflöcher vorgehen will, zahlt der Großteil der deutschen Dax-Konzern schon seine Steuern in Deutschland. Das geht aus einer Auswertung der Jahresabschlüsse der größten deutschen Aktiengesellschaften durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z./Montagsausgabe) hervor. Demnach kommen deutsche Konzerne bei weitem nicht so billig davon wie amerikanische Konzerne. Im jüngsten abgeschlossenen Geschäftsjahr, für das Zahlen vorliegen, überwiesen sie 25,5 Milliarden Euro an die Finanzämter. Gemessen am Vorsteuergewinn, entspricht dies ziemlich genau einer gewichteten Quote von 27 Prozent.

          Fast 96 Prozent des Gewinns

          Die reale Steuerlast ist damit nur unwesentlich geringer als die Belastung aus Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer von rund 30 Prozent. Das spricht nicht für gigantische Steuerschlupflöcher. Bei Thyssen-Krupp geht sogar fast der gesamte Überschuss an den Staat. Die Steuern fressen mehr als 96 Prozent des Gewinns auf. Das Unternehmen verweist dabei auf Sondereffekte. So gab es erhebliche Belastungen aus Wertberichtigungen, weil Unternehmensteile verkauft wurden. Besonders auffällig ist der Fall des Energiekonzerns RWE. Das Ergebnis vor Steuern war mit knapp 1,5 Milliarden Euro negativ.

          Trotz des Verlustes fielen Ertragsteuern von 956 Millionen Euro an. „Hintergrund ist, dass wir 2013 die hohen außerplanmäßigen Abschreibungen größtenteils nicht steuerlich geltend machen konnten“, heißt es erläuternd im Geschäftsbericht. Auch die Deutsche Bank leidet darunter, dass der Fiskus einen großen Kostenblock – verlorene Rechtsstreitigkeiten und Einigungen mit Behörden etwa in Amerika – nicht anerkennt.

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