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Steuern und Bürokratie : Unternehmer im Schwitzkasten

  • -Aktualisiert am

Formulare fressen Zeit, die Unternehmern für frische Ideen fehlt. Bild: dpa

Vor lauter Regulierung haben Unternehmer kaum mehr Zeit fürs Kerngeschäft. Die Politik muss Firmen von überflüssigem Papierkram befreien.

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          Unternehmer und Selbständige haben viel zu tun. Sie müssen Sonderwünsche von Kunden befriedigen, Deadlines für Aufträge einhalten, neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln und für ein Betriebsklima sorgen, das begehrte Fachkräfte bindet, statt zur Konkurrenz zu laufen oder in den oft ruhigeren Staatsdienst zu wechseln. Ach ja, und da ist ja noch die Digitalisierung, die es zu bewältigen gilt, und die Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise. Das Ganze findet seit langer Zeit nun schon unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie statt, trotzdem hat die Mehrzahl der kleinen und mittleren Betriebe das Corona-Jahr 2020 mit Gewinn abgeschlossen.

          Zugegeben, der Staat hat viel getan, um den Unternehmen über die Krise hinweg zu helfen und die Arbeitsplätze zu schützen – mit dem Geld der Steuerzahler, versteht sich. Trotzdem fühlen sich viele Unternehmer in einem Schwitzkasten aus politischer Unsicherheit, drohenden Steuererhöhungen auf Vermögen und betriebliche Erbschaften sowie einer allgegenwärtigen Bürokratie, die sie vom Kerngeschäft abhält. Kein Wunder, dass manche dem Standort Deutschland nur noch aus Heimatliebe treu bleiben, während andere versuchen, sich mit Verlagerungen Luft zu schaffen.

          Die Bundestagswahlen wären eine Gelegenheit für die Politik, den regulatorischen Griff endlich zu lockern. Das Problem: Neue Regeln sind schneller geschaffen, als sich alte abschaffen lassen, weil der in Jahrzehnten gewucherte Dschungel aus Paragraphen nicht mal mehr von Fachleuten zu überblicken ist. Sogar Steuerberater, die einer gewissen Komplexität der Gesetze immerhin ihren Beruf verdanken, sagen mittlerweile, dass es reicht. Die FDP will das Dickicht pragmatisch lichten und für jede neue Verordnung zwei alte abschaffen. Dabei wäre es schon ein Fortschritt, wenn der Papierberg nicht weiter wächst.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

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