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Stephen Schwarzman : Der König der Wall Street feiert Party

  • -Aktualisiert am

Spektakuläre Deals, glamouröse Partys: Stephen Schwarzman Bild: F.A.Z.

Stephen Schwarzman ist der neue Finanzstar in Manhattan. Erst hat er für 39 Milliarden Dollar eine Firma gekauft. Jetzt leistet er sich für 3,5 Millionen eine kleine Geburtstagsparty. Eine Gästeliste der Superlative darf da nicht fehlen.

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          Für den 60. Geburtstag lässt man sich in Manhattan nicht lumpen. Gediegene Partys sind unter den Königen der Wall Street - HedgeFonds- und Beteiligungsmanagern - wieder in Mode. Doch was Stephen Schwarzman am kommenden Dienstag veranstaltet, ist selbst für die Herrscher der Kapitalmärkte ein wenig dekadent: Der Beteiligungsmagnat lädt 1500 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur in ein altes Zeughaus an der Park Avenue - zur wohl größten Sause, die Manhattan seit Jahrzehnten gesehen hat.

          Unter den erlauchten Gästen der angeblich 3,5 Millionen Dollar teuren Party sind der amerikanische Finanzminister Hank Paulson, der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und der Kosmetik-Milliardär Leonard Lauder. Selbst die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice gibt sich die Ehre. Der schottische Popbarde Rod Stewart singt gar für eine Stunde ein Geburtstagsständchen.

          Beteiligungsbranche befindet sich auf dem Höhenflug

          Zu feiern gibt es nicht nur Schwarzmans runden Geburtstag. Das beste Geschenk hat der Beteiligungsmanager schon in der vergangenen Woche erhalten - von einem erbitterten Rivalen. Nach einer monatelangen Bieterschlacht um die börsennotierte Immobiliengesellschaft Equity Office Properties Trust hat der amerikanische Konzern Vornado die Waffen gestreckt. Damit ist der Weg frei für Schwarzmans Beteiligungsfonds Blackstone: Für stolze 39 Milliarden Dollar kauft die Private-Equity-Gesellschaft den Gewerbeimmobilienkonzern. Mit der bislang teuersten Übernahme durch Beteiligungsfonds sichert sich Schwarzman nicht nur einen Platz in der Wirtschaftsgeschichte, sondern steigt ganz nebenbei zum größten Besitzer von Bürogebäuden in Amerika auf.

          Außenministerin Condoleezza Rice gratuliert zum Geburtstag ...
          Außenministerin Condoleezza Rice gratuliert zum Geburtstag ... : Bild: AP

          Spektakuläre Deals, glamouröse Partys: Die Beteiligungsbranche befindet sich auf einem Höhenflug, der manchen an die achtziger Jahre erinnert, das wilde „Jahrzehnt der Gier“. Treffend beschrieben in Tom Wolfes Bestseller „Fegefeuer der Eitelkeiten“, in dem der Wall-Street-Banker Sherman McCoy an seiner hemmungslosen Egozentrik scheitert. Auch damals drehten die Beteiligungsmanager immer größere Räder, feierten immer ausgelassener Feste.

          Stephen Schwarzman als Herrscher der Welt GmbH

          Von Tom Wolfe wurden die vor zwanzig Jahren teils mit äußerst rüden Methoden vorgehenden Firmenjäger noch als „Masters of the Universe“ beschrieben. Doch heute müssten Unternehmenskäufer wie Schwarzman eher als Herrscher der Welt GmbH bezeichnet werden. Denn immer häufiger schnappen sich Beteiligungsfonds wie Blackstone börsennotierte Unternehmen.

          Abseits des öffentlichen Rampenlichts mit ihren aufdringlichen Analysten, Fondsmanagern, Journalisten und der Fixierung auf Quartalszahlen versuchen Beteiligungsmanager, die Unternehmen zu restrukturieren, deren Wert deutlich zu steigern und sie nach einigen Jahren entweder wieder an die Börse zu bringen oder an einen Wettbewerber zu verkaufen. Topvorstände fliehen in Amerika reihenweise von der Börse zu Private-Equity-finanzierten Unternehmen, weil dort Reichtum und ein von der strengen amerikanischen Börsenaufsicht unbehelligtes Managerbiotop winken.

          „Banken verleihen hohe Kreditsummen an fast jeden“

          Schon wird Private Equity als „dritter Kapitalmarkt“ bezeichnet. Weil die Beteiligungsfonds die gekauften Unternehmen mit immer höheren Schulden belasten, ist es aber ebenso ein hochriskantes Spiel. Schwarzman selbst wies bereits vor einem Jahr in einem Gespräch mit der F.A.Z. darauf hin, dass die Risiken größer würden. „Die Banken verleihen sehr hohe Kreditsummen an fast jeden.“

          Was in den siebziger Jahren mit ein paar Millionen Dollar Eigenkapital den Anfang nahm, ist mittlerweile zu einer Megabranche mutiert. Gespeist durch renditehungrige Pensionsfonds, Stiftungen und Versicherungen, haben Beteiligungsgesellschaften allein im vergangenen Jahr 404 Milliarden Dollar frisches Kapital aufgenommen.

          Schon als Student ein Heißsporn mit cleveren Ideen

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