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Gesundheitskonzern : Fresenius bekommt neuen Chef

Fresenius-Zentrale in Bad Homburg Bild: Reuters

Überraschender Chefwechsel beim Gesundheitskonzern Fresenius : Nach 13 Jahren verlässt Ulf Schneider den Dax-Konzern. Sein Nachfolger ist fast ebenso lange im Unternehmen tätig. Setzt er dennoch neue Akzente?

          Eine Personalie, die von außen betrachtet überraschend kommt und zudem sehr kurzfristig wirksam wird: Ulf Schneider, Vorstandsvorsitzender des Medizinkonzerns Fresenius, geht von Bord und das noch diese Woche. Zum 30. Juni verlässt der 50 Jahre alte Manager das Pharma-, Medizintechnik- und Krankenhauskonglomerat, „um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen“, wie das Unternehmen am Sonntagabend mitteilte.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit verlässt einer der erfolgreichsten - wiewohl an der Größe und Bedeutung des Unternehmens gemessen vergleichsweise wenig bekannten - Dax-Konzernlenker seinen alten Arbeitgeber.

          Nachfolger wird der jetzige Finanzvorstand Stephan Sturm, 52 Jahre alt, ein früherer Investmentbanker, der für die schweizerische Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) - inzwischen wieder zum Namen Credit Suisse zurückgekehrt - in Deutschland eine Reihe großer Übernahmeprojekte mit begleitete. Der Aufsichtsrat der Fresenius Management SE bestellte ihn einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden.

          Fresenius ist der einzige Konzern, der gleich mit zwei Unternehmen im Standardwerteindex Dax 30 der Deutschen Börse vertreten ist: dem Mutterkonzern selbst und der größten Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care (FMC), einem Spezialisten rund um die Nierenwäsche, der entsprechende Krankenhäuser betreibt und Produkte für die Dialyse herstellt. Mit einem Umsatz von knapp 28 Milliarden Euro ist der Bad Homburger Medizinanbieter einer der ganz großen Konzerne des Landes - und wird öffentlich doch nur wenig wahrgenommen, wohl weil seine Produkte und Dienstleistungen im Alltag wenig sichtbar sind. Und das Management wirkt alles andere als darauf bedacht, sich glamourös in den Vordergrund zu schieben.

          Ulf Schneider hatte die Geschicke des Unternehmens über 13 Jahre in der Hand.

          Schneider, promovierter Ökonom, war 2001 als Finanzvorstand zu FMC gekommen, vom Großhändler Gehe wechselnd, zuvor hatte er bei Haniel gearbeitet. 2003 stieg er zum Vorstandsvorsitzenden des FMC-Mutterkonzerns Fresenius auf. Unter seiner Führung hat sich der Konzernumsatz vervierfacht, der Gewinn mehr als verzwölffacht. Aktionäre haben an dem Papier seines Arbeitgebers fast nur Freude gehabt, selbst in der Finanzkrise erwies es sich als erstaunlich resistent. Sturm war 2005 von CSFB gekommen. Er hatte zuvor bei der BHF-Bank gearbeitet.

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