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Stellenreport : Mütter mit Kenntnis von SAP gesucht

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Gefragte Fachleute: Ingenieure in einer Hauptschaltleitung des Stromnetzbetreibers EnBW Transportnetze AG

Gefragte Fachleute: Ingenieure in einer Hauptschaltleitung des Stromnetzbetreibers EnBW Transportnetze AG Bild: dapd

Die positive Tendenz am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Im ersten Quartal des Jahres haben die Unternehmen angekündigt, 80.000 Mitarbeiter einstellen zu wollen. Die Liste der Einstellungen zeigt, dass vor allem die Autoindustrie den Stellenmarkt treibt. Der vierteljährliche F.A.Z.-Stellenreport.

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          Klaus Becker, der neue Vorstandssprecher der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, ist ein sachlicher Mensch. Nüchtern analysiert er Situationen, formuliert Ziele und sucht nach Strategien. Aber dann gerät er doch in Fahrt: „Was mich besonders freut: 45 Prozent der Neueinstellungen sind Frauen.“ 45 Prozent sind in absoluten Zahlen etwa 1.000 Frauen, die innerhalb der letzten drei Monate bei der KPMG eine neue Stelle als festangestellte Mitarbeiterin oder als Praktikantin gefunden haben. Das ist nicht allein Unternehmenswachstum. Bei Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern herrscht traditionell eine hohe Fluktuation. Das ist durchaus erwünscht. Zum einen bleibt dadurch die Belegschaft jung. Zum anderen ist es eine Anerkennung der guten Ausbildung und Qualität der Mitarbeiter, wenn sie immer wieder von anderen Unternehmen, häufig von den eigenen Mandanten, abgeworben werden. Das verdeutlicht den in fast allen Branchen spürbaren Fachkräftemangel.

          Inzwischen sehen nicht wenige im Fachkräftemangel die größte Gefahr für das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. Während der BDA Bundesverband der Arbeitgeberverbände mehr abstrakt davor warnt, sind nach einer Umfrage durch die Beratungsgesellschaft Ernst & Young im deutschen Mittelstand schon viele Unternehmen davon direkt betroffen. 51 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen geben inzwischen an, dass der Fachkräftemangel bei ihnen zu ganz konkreten Umsatzeinbußen führe.

          Bild: F.A.Z.

          Damit nicht auch die KPMG zu diesen Unternehmen gehört, will sie wie viele andere auch das Reservoir der Frauen besser nutzen. Die KPMG ist dabei schon auf gutem Weg. 30 Prozent aller Führungskräfte beispielsweise sind heute schon weiblich. Das reicht Becker aber nicht. „Mein Ziel ist es, den Anteil der weiblichen Führungskräfte systematisch weiter zu erhöhen.“ Führungsseminare speziell für Frauen sollen dabei ebenso helfen wie die gleiche Bezahlung der Geschlechter. Die gleiche Entlohnung soll alle zwei Jahre sogar überprüft werden. „Es wäre nicht hinnehmbar, würden Frauen bei gleicher Ausbildung und gleicher Leistung weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen“, sagt Becker.

          Für sein Engagement zugunsten der weiblichen Mitarbeiter gibt er zwei Gründe an. „Das ist gesellschaftspolitisch von enormer Bedeutung. Ich habe selbst eine 19-jährige Tochter. Ich wünsche mir, dass sie faire Karrierechancen hat.“ Das Thema sei aber auch betriebswirtschaftlich relevant, entgegnet er all jenen, die meinen, Frauenförderung sei ein „weiches“, ein rein gesellschaftspolitisches Thema. „Wir bilden die jungen Mitarbeiterinnen, die meist von der Hochschule zur KPMG kommen, ja aus. Wir investieren viel Geld in sie. Ich möchte, dass dieses Know-how dem Unternehmen erhalten bleibt.“

          Das größte Problem für Frauen ist, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Spätestens dann, wenn die Frauen Kinder bekommen, wird dies zu einer großen Herausforderung und Belastung. Aber auch hier will die KPMG versuchen, künftig flexibler sein. Durch individuelle Arbeitszeitmodelle wolle man stärker auf die jeweilige Lebensplanung Rücksicht nehmen. Außerdem sollen die Mütter in der Schwangerschaft stärker betreut, in ihrer Elternzeit begleitet und beim Wiedereinstieg in das Berufsleben besser beraten werden.

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