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Kapitalmarkttag : Deutsche Bank will noch mehr sparen

Die Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt Bild: Reuters

Die Bank sieht sich bei ihrem Umbau im Plan. Bei den Kosten macht Chef Christian Sewing den Investoren aber weitere Zugeständnisse.

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          Anlässlich ihres Kapitalmarkttages hat die Deutsche Bank ihr Sparziel weiter verschärft. Die bereinigten Kosten sollen bis Ende 2022 noch einmal um weitere 300 Millionen Euro auf nun 16,7 Milliarden Euro gesenkt werden, teilte die Bank am Mittwoch kurz vor Beginn der Investorenveranstaltung mit. Sie habe “zusätzliche Einsparmöglichkeiten“ entdeckt, hieß es. Wo genau die Kosten nun weiter gesenkt werden sollten, wurde zunächst nicht gesagt. 

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zuletzt hatte die Bank vor allem im deutschen Privatkundengeschäft weitere Einschnitte angekündigt, das nach der Lesart von Bankchef Christian Sewing eigentlich zu den soliden Ertragssäulen gehört, die er im Zuge des Strategiewechsels stärken wollte. Allein in Abteilungen wie dem Kunden- und Produktmanagement soll in den nächsten zwei Jahren jede dritte Stelle wegfallen, wie Sewings Vize Karl von Rohr gerade bekanntgab. Von den 500 verbliebenen Deutsche-Bank-Filialen sollen 100 schließen, von den 800 Postbank-Filialen ebenfalls 100. "Wir werden das Privatkundengeschäft in Deutschland nur rentabel und zukunftsfähig gestalten, wenn wir die Kosten weiter deutlich senken", hatte von Rohr an seine Mitarbeiter geschrieben.

          Höhere Verschuldung möglich

          Die Investoren erwarten von Sewing am heutigen Kapitalmarkttag unter anderem Aufklärung dazu, ob sein Ziel noch gilt, solide Ertragssäulen und risikoreiche wie das zuletzt sehr starke Investmentbanking auszubalancieren. Aus Finanzkreisen war zuletzt zu hören, dass die Ziele für das Investmentbanking nun stattdessen erst einmal hochgesetzt werden sollten. Davon ist zumindest in der Mitteilung noch nicht die Rede.

          Stattdessen will sich die Bank höher verschulden können als bislang geplant. Ihr Ziel für die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) für 2022 hat sie von rund 5 Prozent auf rund 4,5 Prozent gesenkt. Als Begründung nannte das Institut, dass sie höhere Erträge in der Unternehmensbank und der Privatkundenbank ermöglichen und somit die Bilanz wachsen lassen wolle. Zudem erhält auch die bankinterne Bad Bank mehr Verschuldungsmöglichkeiten, die sich um den Abbau von Altlasten kümmert. Dadurch sollten die wirtschaftlichen Interessen der Aktionäre gewahrt werden, schrieb die Bank und betonte: “Das neue Ziel für die Verschuldungsquote liegt weiterhin deutlich über den regulatorischen Anforderungen von 3,75 Prozent für das Jahr 2023.“

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