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Start-ups in Deutschland : Die Weltmarktführer von morgen

Alt und neu: Christian Wegner hat mit Momox eine Internetplattform zum Ankauf gebrauchter Bücher entwickelt. Bild: Andreas Pein

6000 deutsche Start-ups sollen helfen, den Standort Deutschland zu sichern. Viele von ihnen verkaufen schon etwas. Die meisten entwickeln sich – noch mit Verlust.

          Die Szene der Jungunternehmen – auf Neudeutsch Start-ups – ist auch hierzulande lebendiger denn je. Gründungen, Übernahmen und Finanzierungsrunden überschlagen sich. Spotcap, das neueste Fintech-Start-up aus dem Haus Rocket Internet, hat gerade bei Investoren 31,5 Millionen Euro eingesammelt. Die Finanzierungsrunde für das Berliner Unternehmen wird von dem strategischen Investor Finstar Financial Group angeführt. Ebenfalls beteiligt ist der deutsche Risikokapitalgeber Holtzbrinck Ventures. Mit dem neuen Geld werde Spotcap sein Angebot an Unternehmenskrediten in Spanien, den Niederlanden und Australien ausbauen und seine globale Expansion fortsetzen. Das im Jahr 2014 zunächst in Spanien gegründete Unternehmen beschäftigt heute 70 Mitarbeiter.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Ganz auf Expansion hat auch die German Startups Group Berlin GmbH & Co. KGaA geschaltet. Sie ist – nach Rocket Internet der Samwer-Brüder – der zweitgrößte Risikokapitalgeber hierzulande. German Startups hält derzeit Minderheitsbeteiligungen an 42 Jungunternehmen, deren Produkte neu sind und deren Gründern man die unternehmerischen Fähigkeiten zutraut, schnelles Wachstum und Gewinne zu generieren. Denn jung heißt nicht zwingend verlustreich. „Die German Startups Group ist seit ihrem ersten vollen Geschäftsjahr, also seit 2013, profitabel“, sagt der Gründer und Vorstandsvorsitzende Christoph Gerlinger. Im vergangenen Jahr hat sich der Nettogewinn mit 3,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (1,4 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Mit Exozet ist auch die einzige Mehrheitsbeteiligung von German Startups in die Gewinnzone gekommen.

          Manche setzen schon Millionen um

          Exozet, eine Agentur für digitale Transformation, arbeitet für Unternehmen aus den Branchen Medien, Unterhaltung, Markenartikelindustrie, Start-ups, Banken, Telekommunikation sowie für öffentliche Auftraggeber. Mit 133 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin, Potsdam-Babelsberg und Wien berät und gestaltet sie seit dem Jahr 1996 den digitalen Wandel von Axel Springer, BBC, Red Bull, Audi oder der Deutschen Telekom.

          Von Gewinn wollen die vielen jungen Online-Händler und Online-Dienstleister trotz bemerkenswerter Expansion häufig nicht einmal sprechen. Sie investieren erst einmal in das schnelle Wachstum. Der größte Aufkäufer gebrauchter Bücher, CDs und Textilien, Momox (1000 Mitarbeiter), hat sich seit dem Jahr 2006 zu einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro hochgearbeitet. Home24 (1200 Mitarbeiter) wird von vielen Möbelkunden schon längst als etablierter Anbieter empfunden. Dabei ist das Unternehmen, das heute mehr als 200 Millionen Euro im Jahr umsetzt, erst seit 2010 am Markt. Der Büroservice „Service Partner One“ hat in weniger als einem Jahr schon 40 Mitarbeiter und will bis 2019 auf 100 Millionen Euro Vermittlungsumsatz kommen.

          Viele Förderpreise sind regional ausgerichtet

          So schnell geht es in anderen Bereichen nicht. Vielfach werden Jungunternehmen gegründet, die noch lange an ihrem Produkt forschen und entwickeln müssen. Diese Unternehmen hangeln sich dann häufig mangels Umsatzes von Förderpreis zu Förderpreis. Nach einer Erhebung des Internetportals Für-Gründer.de, an dem auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung beteiligt ist, wurden im Jahr 2015 in 145 Gründerwettbewerben fast 1000 Auszeichnungen verliehen, mit denen ein Preisgeld von insgesamt 2,9 Millionen Euro verbunden war. Das Portal hat allein aufgrund der Beurteilung durch die Preisjurys die erfolgreichsten unter den 810 Preisträgern ausgewählt.

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