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Buchungsplattform Midnightdeal : Den Preis legt der Hotelgast fest

  • -Aktualisiert am

Zell am See: Midnightdeal ist ein österreichisches Startup und vermittelt vor allem in der Heimat Hotels. Bild: Picture-Alliance

Auf der Plattform des Start-ups Midnightdeal können Urlauber selbst bestimmen, wie viel sie für eine Nacht im Hotel bezahlen möchten. Für den Gründer ist das erst der Anfang.

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          Macht ist alles, vor allem wenn es um Geld geht – darauf setzt auch Lukas Zirker mit seinem Start-up. Wer online eine Reise bucht, ist mitunter recht machtlos, was den Preis angeht. Reiseportale wie Expedia oder Booking.com präsentieren Angebote mit vermeintlichen Bestpreisen, die aber zum besonders gefragten Zeitpunkt auch mal deutlich schwanken können. Dem Preiswirrwarr siegessicher entkommen, das schafft eigentlich nur der, der stundenlang vorm Bildschirm sitzt und akribisch Preise vergleicht.

          Kim Maurus
          Volontärin.

          Zirker zufolge stößt dieses Modell an seine Grenzen. „Insbesondere jüngere Leute brauchen nicht so viele Informationen, die wollen nicht jedes Zimmerdetail wissen“, sagt er. „Wir wollen viel simpler sein.“ Zirker ist Gründer des österreichischen Start-ups Midnightdeal“ auf dessen Webseite Nutzer Hotelunterkünfte buchen können – zum selbst festgelegten Preis. „Wir wollen den Nutzer dazu ermutigen, das Ruder in die Hand zu nehmen“, sagt Zirker.

          Mit einem Schieberegler geben Reiselustige ein Gebot für ihre Wunschunterkunft ab – wer den Regler nach rechts schiebt, bietet einen höheren Preis, wer ihn nach links bewegt, ist eher auf ein Schnäppchen aus. In aller Regel erfährt der Bieter um Mitternacht zu Beginn des neues Tages, ob das Hotel sein Angebot annimmt. Das 2017 gegründete Start-up vermittelt Unterkünfte in Italien, Kroatien, Österreich und Deutschland, seit 2019 sind die Hotels auch hierzulande über die Plattform buchbar.

          Emojis zeigen an, ob der Preis gefällt

          Das Spiel mit dem Preis erinnert an Ebay, bei Zirker heißt es „Gamification-Konzept“. Die Preise auf seiner Webseite sind nach den Worten des Gründers im Durchschnitt 35 Prozent günstiger als auf anderen Online-Portalen. „Dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen“. Für jede Buchung zahlen die Hotels Midnightdeal eine Provision, die Zirker zufolge im Blitzverkauf-Segment im Durchschnitt liegt. Derzeit seien Angebote von etwa 120 Hotels online.

          Wie viel kostet eine Übernachtung? Lukas Zirker will den Reiselustigen das Ruder selbst in die Hand geben.
          Wie viel kostet eine Übernachtung? Lukas Zirker will den Reiselustigen das Ruder selbst in die Hand geben. : Bild: Midnightdeal.com

          Die Preisspannweite des Schiebereglers legen die Hotels gemeinsam mit dem Start-up fest. Entlang der Spannweite gibt es einen sogenannten Toleranzpreis, den nur das Hotel und Midnightdeal kennen. Liegt das Angebot über diesem Preis, entscheidet ein Algorithmus nach klassischem Prinzip, ob der Bieter sein Angebot erhält: „Wenn es fünf Zimmer gibt und sieben Bieter, dann gehen die Zimmer an die fünf Bestbieter, und zwei gehen leer aus“, sagt Zirker. Unterhalb des Toleranzpreises entscheidet das Hotel, ob sich eine Buchung zum gebotenen Preis für den Betrieb lohnt. Verschiebt der Nutzer den Regler, zeigen ihm traurige bis freudige Emojis an, wie groß seine Chancen sind, dass der Preisvorschlag akzeptiert wird. Und für diejenigen, die nicht mit dem Preis spielen wollen, gibt es immer auch einen Fixpreis, zu dem die Unterkunft direkt gebucht werden kann.

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